Der Preis, den man zahlen muss…

img_3685Von Boris T. Kaiser

Ich kann förmlich die Uhr danach stellen: Wann immer ich einen neuen Text auf der „Achse des Guten“ oder auf meinem eigenen Blog „BRAINFUCKER.DE“ veröffentliche, verabschieden sich danach wieder mehrere Leute aus meiner Facebook-Freundesliste oder entfolgen mir auf Twitter. Dass dafür meist mehr Neue dazu kommen als von Bord gegangen sind, kann mich nur schwerlich darüber hinwegtrösten, dass es sich bei den „Entfreundern“ häufig um Leute handelt, die mir in der virtuellen Welt – und oft auch im echten Leben – lieb und teuer geworden sind. Seien es Menschen, mit denen ich schon seit Jahren Online-Bekanntschaften pflege oder eben auch Freunde aus dem realen Leben, die ich mitunter schon seit meiner frühsten Jugend kenne. Auch Kollegen aus der Medienbrache schmeißen mich für unliebsame Artikel oder Online-Posts in aller Regelmäßigkeit, ohne mit der Wimper zu zucken, aus ihrem „Freundeskreis“.  Weiterlesen

Warum bin ich eigentlich kein Terrorist geworden?

12241682_947965091953904_5484936095056830988_nVon Boris T. Kaiser

In letzter Zeit stell ich mir immer häufiger die Frage: Warum bin ich eigentlich kein Terrorist geworden? Nicht, dass ich größere Gewaltfantasien hätte, außer vielleicht manchmal an der Supermarktkasse oder wenn Post vom Finanzamt kommt. Ich habe auch keinerlei Bewunderung für Terroristen, nicht einmal, wenn diese Che Guevara heißen, die Zeiten sind vorbei. Dennoch bringe ich im Grunde alle Voraussetzungen mit, um den in letzter Zeit immer beliebter werdenden Job des Terroristen, oder – wie es in politisch korrektem Neudeutsch heißt – „Amokläufer“ auszuüben. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar fast schon überqualifiziert.

Wenige Wochen vor meinem 35. Geburtstag, am 24.07 diesen Jahres, bekam ich, im Rahmen einer psychologischen Studie, die Diagnose ADHS gestellt. Wer sich ein wenig mit der Krankheit auskennt, der weiß, dass die Symptome dieser Krankheit weit über die allgemein bekannte Hibbeligkeit und Unaufmerksamkeit hinausgehen. ADHS-Kranke sind unter Anderem chronisch unorganisiert, vergesslich, impulsiv, schnell erschöpft, lustlos und leiden unter Bindungsängsten sowie in vielen Fällen unter Borderline.

Sie können sich also denken, dass die Erkrankung, bzw. die Nichterkennung dieser, bis zu meinem 35. Lebensjahr durchaus unschöne Auswirkungen auf mein Privat- und Berufsleben hatte.

Vor Allem, weil bei mir auch noch eine Lese/Rechtschreibschwäche (wie in etwa 30% der Fälle) als Nebenerkrankung hinzu kam, was für den von mir eingeschlagenen Beruf des Satire-Autors, wie sie sich vorstellen können, alles andere als förderlich war.

Einige weitere Symptome und Nebenerkrankungen von ADHS sind, dass man nahezu jegliche Kritik und Zurückweisung als tiefe narzisstische Kränkung empfindet, was wie gemacht ist für eine Karriere als Dönermessermörder oder lebender Sprengsatz. Weiterlesen

Kaufempfehlung

12241682_947965091953904_5484936095056830988_nHallo Leute,

für alle die sich gefragt haben, was das für ein Tuch ist, dass ich auf meinem Twitter und meinem Facebook-Profil trage: Es ist ein Semitic Keffiyehs

Falls Ihr auch eins haben wollt, was ich euch nur sehr ans Herz legen kann, könnt ihr es in diesem New Yorker shop ordern:

http://www.semitictribes.com

Der Betreiber des Shops ist übrigens ein sehr netter sympathischer Typ, und der service ist super!

Ach ja, bevor jemand auf falsche Gedanken kommt: Ich habe das Tuch bezahlt und bekomme von dem Shop auch kein Geld für die „Werbung“ hier 🙂

 

 

 

 

Von „rechten Ärschen“ und Günther Jauch… Das schlichte Weltbild eines „Wer Wird Millionär“ -Kandidaten

10509604_10204943838586554_9148292583217141744_nVon Boris T. Kaiser

In diesen Tagen durfte ich mal wieder das besondere Demokratieverständnis des gemeinen Gutmenschen kennenlernen. Dass diese Gattung andere Meinung nur schwer aushalten kann, dürfte jedem der sich politisch und intellektuell abseits, der von politischen Geistesgrößen wie Volker Pispers oder Gesine Lötzsch eingetrampelten Pfade bewegt, inzwischen bekannt sein. Meine neueste Erfahrung wäre deshalb auch nicht weiter erwähnenswert, wenn es sich bei der Person von der ich hier schreibe nicht um so eine Art „Promi“ handeln würde. Wenn auch nur Promi im Sinne von Andy Warhols 15-Minuten-Ruhm-Theorie. Es geht um den von bild.de als „Gaga-Kandidat“ getauften Alpha O’Droma.

http://www.bild.de/unterhaltung/tv/wer-wird-millionaer/diesen-kandidaten-lauste-der-affe-38673758.bild.html

Ich war mit „Alpha“, der eigentlich Andreas heißt, schon vor seinem 125.000 Euro-Gewinn bei „Wer wird Millionär“ via Facebook befreundet. Schon oft sind mir seine stramm-linken mit unter sehr kruden Thesen und Postings dort aufgefallen. Aber als echter Demokrat, der nicht mit Jürgen Todenhöfer artiger Selbstverständlichkeit davon ausgeht, dass er immer und überall Recht hat, habe ich mich nicht weiter daran gestört. Lediglich seine sehr arrogante und herablassende Art gegenüber Andersdenkenden fand ich etwas unangenehm, für einen Linken aber nicht weiter ungewöhnlich. Nach seinem recht erfolgreichen Auftritt in der RTL-Rateshow ist er aber endgültig abgehoben. Das viele Geld ist dem 51 Jahre alten „Lebenskünstler“, der in der Vergangenheit schon so manches Projekt in den Sand gesetzt hat und bereits mit 18 Zuhause auszog, um in der Schwulensauna zu wohnen und inzwischen wieder mit seiner Mutter zusammen lebt, etwas zu Kopf gestiegen zu sein. Jedenfalls sind seine Posts in letzter Zeit immer unerträglicher elitär geworden und er schimpfte mit gutsherrenhafter Verachtung auf wirklich alles und jeden, der auch nur einen Deut von seiner verschrobenen Weltsucht abwich. Kürzlich hat der schlauste Bürger von Neuland dann diese Facebook-Tools entdeckt, die einem anzeigen welche Freunde bestimmte Seiten geliked haben. Weiterlesen

Jeder nach seiner Facon… Mein kleiner Facebook-Dialog mit der bayrischen FDP

Die FDP-Bayern postete dieser Tage auf ihrer Facebookseite dieses Bild:

https://www.facebook.com/FDPBayern/photos/a.10150104382977312.283265.350558562311/10152463763532312/?type=1&theater&notif_t=photo_reply

Natürlich konnte ich mir einen Kommentar nicht verkneifen, woraus sich folgender Dialog ergab, den ich ihnen hiermit im Originalwortlaut wiedergeben möchte:

Boris T. Kaiser: 4 Männer und eine Frau mit Kopftuch dafür kein einziger Jude (Es sei denn der mit dem Stern soll einer sein) So sieht das Wunsch-Deutschland der FDP also aus… Jürgen Möllemann lebt!

FDP Bayern: Ach, Frauen dürfen keinen Irokesenschnitt oder Afrolook tragen? Und Juden keinen Trachtenhut?

In einer Antwort auf einen anderen Kommentar wies die FDP Bayern darauf hin, dass in dem Bild „jeder sehe was er sehen möchte.“


Boris T. Kaiser: Ach sooo… Das Bild ist also so eine Art Rorschachtest für Demokraten und so gar nicht klischeehaft… Und ich hatte schon Angst es wäre einfach nur plumper, weltfremder linksliberaler Kitsch. Aber wenn darin jeder sehen darf was er möchte, möchte ich darin eine FDP-Bukkake-Party im Hotel Mövenpick sehen.

FDP Bayern: Dein Psychiater fände das bestimmt aufschlussreich.

Boris T. Kaiser: Der ist mittlerweile selbst wahnsinnig geworden Aber Jetzt mal im Ernst: Was man euch zu Gute halten muss ist, dass ihr nicht versucht einfach populistisch auf den Pegida-Zug aufzuspringen. Aber ein etwas differenziertes Bild würde gerade einer liberalenPartei gut tun. Ich bin der Meinung dass die FDP eine Partei ist, dieDeutschland auch in Zukunft gut brauchen könnte. Aber nur dann, wenn ihr Kampf für Freiheit und Demokratie nicht vor dem Islam haltmacht. Man macht diese Religion nicht liberaler indem man das Kopftuch für Frauen abfeiert und Islamkritik pauschal als intolerante Demagogie brandmarkt. Die Grundidee des Bilds ist ja ganz gut, aber die Umsetzung hätte in ihrer unbedachten Kitschigkeitgenauso gut von den Grünen oder der Linkspartei kommen können.

FDP Bayern: Wir verteidigen das Recht, ein Kopftuch zu tragen genauso wie das Recht, keines zu tragen (selbiges gilt für Turbane, Trachtenhüte und exzentrische Frisuren.)

Boris T. Kaiser: Naja, das Kopftuch ist schon ein bisschen was anderes als eine exzentrische Frisur. Das Kopftuch ist ein politisches Kleidungsstück . Natürlich gibt es in einer Demokratie auch das Recht solche zu tragen. Wer glaubt, dass eine Frau Kopftuch tragen muss um ihre Ehre zu wahren, hat das Recht dazu. Genau wie irgendwelche Nazi-Vollhonks das Recht dazu haben „Thor Steinar“ -Jacken zu tragen. Ob man dieses Recht als liberale Partei unbedingt offensiv verteidigen muss, ist eine andere Frage.
FDP Bayern: Das Kopftuch ist ein traditionelles und religiöses Kleidungsstück. Dass man das Recht, es zu tragen, überhaupt verteidigen muss, ist das eigentlich traurige.

Boris T. Kaiser: Dass etwas traditionell und religiös ist bedeutet nicht dass es auch für etwas Gutes steht. Das Kopftuch ist ein Symbol für die Ungleichheit von Mann und Frau im Islam. Es signalisiert außerdem den Unterschied zwischen „echten Gläubigen“ und vermeintlichen Ungläubigen oder Heuchlerinnen. Eine muslimische Frau soll das Kopftuch tragen, um ihre Ehre zu bewahren und die Männer mit ihren Haaren nicht sexuell zu reizen und sich somit vor Übergriffen zu schützen. Das impliziert, dass eine Frau die kein Kopftuch trägt weniger ehrenhaft ist und sich nicht wundern muss wenn sie vergewaltigt wird. Dass Liberale glauben so eine Haltung verteidigen zu müssen, ist das eigentlich traurige.

FDP Bayern: Du siehst im Kopftuch das eine, andere womöglich etwas anderes. So oder so: Man muss etwas nicht persönlich gut finden, um die Freiheit derer zu verteidigen, die es gut finden. Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden.

Und mit dieser „liberalen“ Appeasement-Floskel ist alles wieder gut. Und wenn Neonazi-Vollhonks in Rudolf Heß einen „Friedensflieger“ sehen, warum nicht, wenn es sie glücklich macht..?