Meine Gedanken zum Fall „Milo“

img_4614Von Boris T. Kaiser

Jetzt ist er also doch ein Geächteter. Was Linke, islamische Interessenverbände und männerfeindliche Feministinnen nicht geschafft haben, hat die amerikanische Konservative jetzt selbst besorgt. Eine ihrer schillerndsten Figuren scheint gestürzt. Die CPAC-Konferenz hat Milo Yiannopoulos als Redner ausgeladen, weil dieser angeblich Pädophilie verteidigt haben soll. Zuvor hatte bereits sein Verlag sein, von vielen Fans heiß erwartetes und mit ziemlicher Sicherheit zum Bestseller prädestiniertes, Buch „Dangerous“ gecancelt. Während ich diese Zeilen schreibe, ist Yiannopoulos auch von seinem Posten als Redaktionsleiter bei „Breitbart“ zurückgetreten.

Was war passiert?

Im Internet sind Videos aufgetaucht, in denen sich „Milo“ in gewohnt provokanter und sarkastischer Weise zum Sex von Erwachsenen mit jungen Teenagern äußerte. Um genau zu sein, eigentlich sind die Videos nicht jetzt erst aufgetaucht, sie waren schon länger online und einige seiner Fans werden sie wohl auch schon gekannt haben. Aber sei’s drum. Die alten Herren von der Die CPAC-Konferenz wurden jetzt erst darauf aufmerksam gemacht

Insbesondere ging es um ein Interview, indem der bekennende Homosexuelle Yiannopoulos, zum Sex eines 13-Jährigen mit seiner Lehrerin Stellung nimmt. Hier sagt er sinngemäß das, was fast jeder heterosexuelle Mann zu dem Fall, der auch hierzulande Schlagzeilen machte, gesagt hat: Man könne sich vorstellen, dass der Junge das gar nicht so schlimm fand. Nicht wenige Männer, vor allem Männer die die Fotos der Lehrerin gesehen haben, bekannten sich dazu, dass sie sich sogar sehr gefreut hätten, wenn sie in ihrer Schulzeit a) so eine heiße Lehrerin gehabt hätte, die b:) auch noch Sex mit ihnen gewollt hätte. Unter heterosexuellen wird man ein solches Gerede wohl als das abtun, was Donald Trump einst „Locker Room Talk“ nannte. Für schwule Männer scheint in Sachen Redefreiheit, auch in Kreisen der angeblichen Verteidiger von „Free Speech“ offenbar immer noch andere Maßstäbe zu gelten. Vielleicht gelten diese „Double Standards“ aber auch einfach generell, wenn statt einer erwachsenen Frau, ein älterer Mann im Spiel ist, denn die wenigsten „Locker Room Talker“ würden in einem in dieser Weise umgekehrten Fall wohl so locker bleiben wie bei der „sexy Lehrerin“. Wie auch immer. Was das Fass für die amerikanischen Konservativen jedenfalls endgültig zum überlaufen brachte war, als Milo Yiannopoulos von seinen eigenen Erfahrungen (Richtigerweise müsste man wohl sagen Missbrauchserfahrungen) mit einem erwachsenen Priester, aus der Zeit als er selbst ca.14 Jahre alt war, gesprochen hat. Hier hat sich das Opfer Yiannopoulos nun so gar nicht so geäußert, wie es ein Opfer, nach Meinung vieler, offenbar gefälligst zu tun hat. Er scherzte darüber, dass er den Priester verführt habe und, dass er ihm heute noch dafür dankbar sei, dass dieser sich verführen lassen habe. Ob der extrovertierte Journalist und Polit-Entertainer das wirklich so meinte, ob dies nur seine spezielle Art und Weise war, das was mit ihm passiert ist zu verarbeiten, oder ob er mit 14 wirklich schon so „verhurt“ war, zuzutrauen wäre ihm beides. Ihn dafür zu Verurteilen ist unsäglich. Völlig egal, ob er den Sex damals tatsächlich genoss, oder und erst recht, wenn er sich tatsächlich und zurecht als Opfer empfindet, aber dennoch für sich entschied, nicht ein Leben lang in dieser Opferolle zu verharren.

Noch unsäglicher ist es, einem Mann, der in der Vergangenheit, vielleicht auch gerade auf Grund seiner Erfahrungen, sehr erfolgreich einen journalistischen Feldzug gegen Kindesmissbrauch anführte und mehrere Pädophilie Reporter outete, jetzt eine Nähe zu diesen Kriminellen zu unterstellen oder gar zu behaupten, Milo Yiannopoulos selbst sei ein Pädophiler.

Auf der gerade zu Ende gegangenen Pressekonferenz hat „Milo“ angekündigt sein Buch gegen alle Wiederstände noch in diesem Jahr herauszubringen und außerdem, nach dem Abgang bei „Breitbart“, sein eigenes Webprojekt zu starten. Er will künftig mehr unterhaltend und weniger journalistisch arbeiten. Dies ist mit Hinblick auf seine großartigen Fähigkeiten im journalistischen Bereich und darauf was er in der Vergangenheit aufgedeckt hat einerseits schade, anderseits weiss jeder, der Yiannopoulos kennt und schätzt, auf wieviele Stunden großartiges Entertainment man sich freuen kann. Die „gefährlich Schwuchtel“ kommt wieder.

Rock it, Milo!

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