Sozialismus mit menschlichem Antlitz

btkVon Boris T. Kaiser

Endlich gibt es ihn, den Sozialismus mit menschlichen Antlitz! Nicht irgendwo auf der Welt, in einem fernen Südsee-Paradies, sondern hier bei uns im schnöden Deutschland. Das Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass sich der Flüchtlingszustrom positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken wird. Nach Berechnungen des arbeitgebernahen Organisation kann das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dadurch bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro steigen. Das Institut schätzt den BIP-Zuwachs in diesem Jahr auf rund 0,4 Prozent. Bis 2020, so glauben die Mathe-Magier, könnte sich dieser Effekt auf knapp ein Prozent jährlich erhöhen. Wirtschaftliche Impulse erwarten die Ökonomen vor allem vom privaten Konsum und den zusätzlichen Ausgaben des Staates für die Integration der Menschen.

Die Damen und Herren vom Institut der Wirtschaft sind bei weitem nicht die Ersten und Einzigen die in das Füllhorn der Flüchtlinge als Wirtschafts-Booster blaßen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) teilt in einem Ende letzten Jahres erschienen Bericht mit, dass zwar noch kaum einer der hunderttausenden Asylbewerber aus Nordafrika und dem arabischen Raum eine Arbeitsstelle angetreten habe, dafür aber mehr als 50.000 Stellen für Deutsche in der Flüchtlingshilfe geschaffen worden seien. Also zehntausende Stellen, bei denen es nicht in erster und auch nicht zweiter oder dritter Linie um so profane Dinge wie Profit oder auch nur Einnahmen geht, jedenfalls nicht für den Staat, der sie nötig gemacht hat, sondern darum, all die neuen Menschen und Kostenfaktoren zu betreuen, die frisch in unser Land gekommen sind. Damit nicht genug. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) fordert noch zehntausende weitere Planstellen im öffentlichen Dienst für die Integration. Das ist wirklich Sozialismus in Reinkultur. Endlich geht es bei der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht mehr um den Nutzen, den diese für das kapitalistische System haben, sondern allein darum, den „Werktätigen“, sowie den Untätigen etwas Gutes zu tun. Wie in jeder guten Planwirtschaft dürfen die Kosten dabei keine Rolle spielen. Unzählige sozialistische Experimente in der ganzen Welt haben schließlich bewiesen: Wenn man in das kranke, unrentable System nur genug Geld hineinpumpt, wird daran irgendwann auch die Wirtschaft und natürlich die Gesellschaft gesunden. Also immer rein mit den Leuten und raus mit den Kohlen! Im übrigen muss man ja in diesen Tagen schon froh sein um jeden, der hier Asylfordernden, der seine Hände in den Schoß legt. Dann hat er sie zumindest schon mal nicht im Intimbereich einer, warum auch immer, unwilligen Frau oder am Lenkrad eines Lastkraftwagens. Auch die erhöhten Kosten für Sicherheit und Terrorabwehr, die uns Angela Merkels Gäste bescheren, sind im Grunde ja nur eine großangelegte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme die etliche, durch das Clubsterben in den Großstädten arbeitslos gewordene, Türsteher wieder in Lohn und Brot bringt.Viele Flüchtlinge machen sich sogar die Mühe, sich über ein Dutzend verschiedene Identitäten zuzulegen, unter denen sie beim Staat abkassieren, um das Geld dann direkt in den fairen Wirtschaftskreislauf zurückfließen zulassen. Für solch einen Einsatz und Elan im Dienst für den Sozialismus hätte es in der DDR sicherlich einen besonderen Orden gegeben. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger aus Asylländern soll 2016 übrigens um 124 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sein. Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Wohlstand für wirklich alle.

Wo wir gerade schon mal die Spendierhosen anhaben, erhöhen wir doch auch gleich noch die Ausgaben, im Bereich Kindergeld für im EU-Ausland lebende Nachkommen von Sozialleistungs-Migranten aus dem osteuropäischen Ausland. Das haben sich die Menschen aus den einstigen sozialistischen Bruderstaaten redlich verdient. Schließlich haben sie die beschwerliche Fahrt durch die offenen Grenzen der Europäischen Union auf sich genommen, um hier ganze Straßenzüge deutscher Großstädte mit ihren Wohnwagen vollzustellen und von dort aus die Kinder-Knete nach Rumänien, Tschechien, Kroatien oder Polen weiterzuleiten. Die Erkenntnis mit den Straßenzügen voller Wohnwagen mit Sozial-Leistungsempfänger-Besetzung stammt übrigens nicht von mir, sondern vom SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, der damit große Empörung bei den anderen rot-grünen Blockparteien auslöste. Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, kritisierte die fehlenden Sozialstandards in Europa und schrieb dem Genossen Gabriel ins Stammbuch: „Dieses Problem auf dem Rücken der Kinder zu lösen, ist unanständig.“

Noch deutlicher wird man bei den Grünen: Gabriel wolle „bei der Stimmungsmache gegen Zuwanderer offenbar nicht hinter der Union zurückstehen, die mit ihrem Parteitagsbeschluss zum Doppelpass den Wahlkampf um rechte Stimmen eröffnet hat“, sagte die aktuelle Chef-Heulboje der Grünen, Simone Peter, kürzlich dem „Tagesspiegel“.

Wie so oft, lässt sich die linke Gutmenschen-Front von der Realität oder noch alarmierenden Zahlen nicht aus der Ruhe bringen. Für alle, die von dem sozialistischen Weltretter-Projekt noch nicht vollends überzeugt, beziehungsweise verblendet sind, seien diese dennoch kurz genannt:

Laut Bundesagentur für Arbeit zahlte Deutschland im November 2016 Kindergeld an 185.149 im EU-Ausland lebende Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Im Dezember 2015 lag die Zahl dieser Kinder noch bei „nur“ rund 120.000. Dies bedeutet einen Anstieg von 54 Prozent in weniger als einem Jahr.

Unnötig zu erwähnen, wer die große humanistische Sause auf Dauer bezahlen soll. Linke und Grüne halten sich, was das angeht, bedeckt, und wir Anderen wissen es längst. Solange die Steuer-Melkkuh noch etwas Milch abwirft, werden die Verfechter der totalen Willkommenskultur fröhlich weiter Honig einrühren. Kritisch dürfte es werden, wenn die Milch irgendwann einmal zu versiegen beginnt und Einlader und Eingeladene auf sich alleine gestellt sind. Spätestens dann dürfte auch der letzte erkennen, dass die alte Binsenweisheit, wonach ein Land entweder einen Sozialstaat oder offene Grenzen, aber niemals beides haben kann, eben doch stimmt. Leider hat sich dieses Land, bis diese Erkenntnis so richtig durchgedrungen ist, vermutlich schon vollends abgeschafft.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Sozialismus mit menschlichem Antlitz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s