Sebastian Krumbiegel und sein rechter, rechter Platz…

Von Boris T. Kaiser

Wenn Musiker politisch werden geht das meistens in die Hose. Ob sie sich wie Xavier Naidoo zu wirren Reichsbürger-Thesen hinreissen lassen, sich wie so zahllose arabische Rapper an einer „Analyse“ des Nahostkonflikts versuchen oder wie Jennifer Rostock ein von Unwahrheiten strotzendes Liedchen gegen die AfD machen; die politischen Gehversuche jener die ihr politisches Wissen weitgehend von Aufklebern auf Club-Toiletten zu beziehen scheinen, sind stets geprägt von sehr viel Gefühl aber eben nur sehr wenig fundierten Informationen. Vom musikalischen Ober-Propagandisten Bono und seinen listigen Musikanten aus dem Live-8-Universum möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Die Musiker selbst merken meist nicht, wie substanzlos all das eigentlich ist, was sie da politisch so von sich geben. Das kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Sie sind ständig von Gleichgesinnten umgeben und beim gemeinsamen JOINT Venture zur Rettung der Welt, bei reichlich Cannabis klingt auch der größte geistige Dünnschiss noch nach dem absolut genialen Shit schlechthin. Dass das was Kiffer so für klug und tiefgründig halten, niemand für klug und tiefgründig hält außer andere Kiffer, merkt man eben nicht, wenn man ausschließlich von Kiffern oder sehr höflichen Nichtkiffern umgeben ist. So kommt es immer wieder vor, dass Musiker, ermutigt durch den Zuspruch der eigenen Jünger, aus ihrer alles umnebelnden Hanf-Wolke hervortreten um sich mit politischen Statements vor der gesamten klardenkenden Welt da draußen bis auf die Knochen zu blamieren. Dazu sollte man diese Alt- und Neu-Hippies nicht ermutigen. Deshalb sollte man ihnen, ganz nebenbei bemerkt, übrigens auch keine Nobelpreise verleihen. Einen für den diese Warnung leider zu spät kommt ist Sebastian Krumbiegel. 

Der wohl bekannteste der Kopf der A capella Pop-Combo „Die Prinzen“ genoss in den 1980er Jahren seine Ausbildung an der DDR-Gesangs-Eliteschmiede dem Leipziger Thomanerchor. Seine kritische Haltung gegenüber dem Kapitalismus hat sich der Platten-Millionär auch nach der Wende bewahrt. Mit kapitalismuskritischen Liedern wie „Alles nur geklaut“, „Millionär“ und „Du musst ein Schwein sein (In dieser Welt…)“ machten er und seine Kollegen von den Prinzen sich in den 90er Jahren einen Namen und gutes Geld.

Nun hat Sebastian Krumbiegel einen Song für die SPD gemacht. Genauer gesagt einen Song gegen alles was rechts ist. In seinem reimtechnisch, musikalisch und inhaltlich ziemlich schiefen Song „Mein rechter, rechter Platz ist leer“, klimpert der sich selbst am Klavier begleitende Sascha Lobo der in die Jahre gekommenen Popmusik, die komplette Klaviatur der kitschigen „Antifa“-Rhetorik rauf und runter.

Gleich zu Beginn macht er das ganz große Fass auf:

„(…)Die finsteren Zeiten sind in Dunkeldeutschland lange her. Doch heut sagt hier so mancher wieder gern Heil Hitler!“

Mit Dunkeldeutschland meint Krumbiegel seine Heimat Sachsen. Wie viele Leute dort heute tatsächlich wieder „Heil Hitler“ schreien, kann ich hier von der medialen Westfront schwer beurteilen. Was ich mich aber frage ist: Als wie hell oder dunkel empfand der Prinz von Sachsen eigentlich die Zeit nach 1945 bis zur „Wiederkehr des Faschismus“. Mir sind nicht allzu viele kritische Zeilen von ihm zum Unrechtsregime der DDR bekannt. Was mir aber bekannt ist, ist dass Herr Krumbiegel sehr aktiv für die politische Gesinnungspolizei von der „Amadeu Antonio Stiftung“ ist. Dieser steht immer noch die Stasi-Spitzel-Trulla Anetta Kahane vor. Also vielleicht liegt Genosse Krumbiegel ein zackiges „Rot Front!“ einfach mehr, als ein schnödes „Heil Hitler“.

In Gedanken an die eigene Vergangenheit schwelgend fährt der sozialistische Rotschopf dann auch fort:

„Wo sind eigentlich all die Nazi-Skins aus den 90er hin? Was machen die heute? Was sind das für Leute? Ungefähr so alt wie ich. Die ham sicherlich, genau wie ich, damals Kinder gekriegt….“

Zunächst einmal möchte ich dem Mann von ganzen Herzen zum erfolgreichen Geburtsvorgang gratulieren. Das haben wahrlich noch nicht viele Männer vollbracht. Ich bezweifle daher, dass ausgerechnet all jene „Nazi-Skins“ haufenweise Kinder geboren haben. Zumal uns Leute wie Krumbiegel immer erzählt haben, dass Nazis nur Nazis sind, weil sie frustriert sind, weil keiner sie lieb hat oder mit ihnen poppen will.

Ganz deutlich wird der musikalische Blockwart und Stasi-Tanten Freund an der nächsten Stelle im Lied:

„(…)Mein rechter, rechter Platz, jetzt hör mal zu es ist genug. Hier bei uns zuhause halten wir den Laden sauber.“

Dies machen Anetta Kahane alias IM Victoria und ihre Stiftung im Auftrag von Justizminister und Freund der gepflegten Kinderehe Heiko Maas allerdings tatsächlich sehr erfolgreich.

Dann wird es richtig holprig:

„Lass mal die Moschee im Dorf und lass das mit dem Hassen. Es ist doch nicht zu fassen. Ich glaub ich muss Dich, rechts liegen lassen.“

Man wünscht sich der Prinzensänger hätte einen schon etliche Zeilen zuvor „rechts liegen lassen“ und vielleicht einfach die Klappe gehalten, aber er fährt unbeirrt fort. Aber immerhin mit einer erfrischen offenen Selbstbeschreibung, wenn ich das richtig verstanden habe:

„Volksverräter, Lügenpresse, Deutschland peinlich Abendland. Kleines Herz und große Fresse, Hand in Hand.“

Dann geht es mit dem Geseier mit dem „rechten, rechten Platz weiter. Aber immerhin auch hier hat der Interpret recht:

„Mein rechter, rechter Platz der ist schon lange nicht mehr leer. Das wird erst mal so bleiben, es sind halt bewegte Zeiten.“

Wir leben tatsächlich in bewegten Zeiten. Nicht wenig von dieser Bewegung haben uns Gutmenschen wie Krumbiegel und seine politischen Freunde in Berlin eingebracht. Mit ihrer naiven Sicht auf Einwanderung, ihrer Ignoranz gegenüber den Problemen des Volkes und ihrer Arroganz gegenüber jedem der nicht links ist. Wer besorgte Bürger permanent als dumpfe Nazis und Ausländerhasser abqualifiziert, obwohl wir inzwischen jeden Tag sehen, dass diese Besorgten mit ihren Sorgen gar nicht so unrecht hatten und haben, muss sich nicht wundern, wenn diese sich ein Ventil in Prostest und auch bei Wahlen suchen. Der Prinz lässt sich in seiner Verachtung gegenüber dem Volk aber nicht aus der Ruhe bringen:

„Besorge die nach unten treten, haben’s bei mir schwer. Mit Euch werd ich mich immer streiten. So wie ihr tickt, dass kann ich nicht leiden… (Klimper, klimper, klimper) Nicht weinen das lässt sich nicht vermeiden… In diesem Sinne: Immer schön locker bleiben, Leute.“

Richtig so liebe Wohlstandsgutmenschen! Immer schön locker und vor allem schön überheblich bleiben. Dann seid Ihr bald alle endgültig weg vom Fenster.

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Ein Gedanke zu “Sebastian Krumbiegel und sein rechter, rechter Platz…

  1. Es macht Freude, den Artikel zu lesen.!! Ähnliches empfinde ich meist, wenn ich das Mißvergnügen habe, Schauspieler in den Talksows ertragen zu müssen. Egal wie herum es geht, diese Leute sind anpassungsfähing und sehr gelenkig. Sie wissen immer genau, welche Meinung man gerade „trägt“ und führen es mit der Attitüde eines Intellektuellen vor.
    Natürlich weiß ich schon im Vorhinein, was sie sagen werden.
    Aber die armen Hanseln, wir wissen ja, sie können auch nicht sagen, was sie denken. Mir kommt da gerade der Mühldorfer Nikolaus Peter Mück in den Sinn, oder der Gebäcklieferant einer Schule, der AFD Mitglied war und gegen den sich die SMV ausgesprochen hatte, so dass er seinen Liefervertrag verlor, usw….

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