Der Preis, den man zahlen muss…

img_3685Von Boris T. Kaiser

Ich kann förmlich die Uhr danach stellen: Wann immer ich einen neuen Text auf der „Achse des Guten“ oder auf meinem eigenen Blog „BRAINFUCKER.DE“ veröffentliche, verabschieden sich danach wieder mehrere Leute aus meiner Facebook-Freundesliste oder entfolgen mir auf Twitter. Dass dafür meist mehr Neue dazu kommen als von Bord gegangen sind, kann mich nur schwerlich darüber hinwegtrösten, dass es sich bei den „Entfreundern“ häufig um Leute handelt, die mir in der virtuellen Welt – und oft auch im echten Leben – lieb und teuer geworden sind. Seien es Menschen, mit denen ich schon seit Jahren Online-Bekanntschaften pflege oder eben auch Freunde aus dem realen Leben, die ich mitunter schon seit meiner frühsten Jugend kenne. Auch Kollegen aus der Medienbrache schmeißen mich für unliebsame Artikel oder Online-Posts in aller Regelmäßigkeit, ohne mit der Wimper zu zucken, aus ihrem „Freundeskreis“. 

Wenn man überhaupt eine Erklärung dafür bekommt, warum man gekickt wurde, besteht diese meist aus den gleichen undifferenzierten und in Anbetracht des bis zu diesem Zeitpunkt oft guten Verhältnisses durchaus verletzenden Rassismus- und Rechtspopulismus-Vorwürfen. Nicht selten werden einem diese in einer finalen Pöbel-Attacke präsentiert, so dass man davon ausgehen muss, dass diejenigen einfach entweder mit der Maus ausgerutscht oder mit der Nazi-Keule auf die Tastatur gekommen sind.

Besonders bei Kreativen und Kollegen aus meiner Branche, also Menschen, die zu einem nicht unwesentlichen Teil von der Meinungsfreiheit leben, hat mich dieses Verhalten immer verwundert. Zumal ich ja eben nicht für die „Nationalzeitung“ oder eine ähnlich grenzdebile Nazi-Postille schreibe, sondern mir ganz genau aussuche, wo ich meine Texte veröffentliche. Auch wenn meine Beiträge oft provokant sind, würde ich doch für mich in Anspruch nehmen, dass sie ein gewisses intellektuelles Grund-Niveau nie unterschreiten. Wem dies also schon zu viel Meinungsvielfalt ist, sollte vielleicht mal darüber nachdenken, ob die Demokratie wirklich die richtige Staatsform für ihn ist oder ob er beim nordkoreanischen Staatsfernsehen nicht besser aufgehoben wäre. Stattdessen übt man in Medienkreisen vereint mit der politischen Elite massiv Druck auf Soziale Netzwerke wie Facebook aus, dort die Meinungsfreiheit einzuschränken und feiert Kampagnen gegen „Hate Speech“ ab – wie die der „Amadeu-Stiftung“, einer Art Reichsschriftungskammer 2.0, geleitet von einer erkennbar alt, aber offenbar keineswegs weise gewordenen Stasi-Trulla.

Überhaupt ist Hate Speech der neue Kampfbegriff, mit dem Leute, die öffentlich ihre Meinung kundtun, mundtot gemacht werden sollen. Denn was Hate Speech ist, definieren in vielen Fällen Leute mit deutlich links-gefärbtem Hintergrund. Dementsprechend eng ist die Meinungsfreiheit heute oft abgesteckt.

Dies hat verständlicherweise ein Klima der Angst geschaffen, in dem sich viele eben nicht mehr trauen, die Freiheit zu verteidigen. Jedenfalls nicht, wenn ihre Vorstellung von Freiheit nicht eine islamisierte, bigott tugendhafte, sozialistische Öko-Republik ist.

Die Angst der Menschen ist verständlich. Niemand will schließlich seine Freunde verlieren. Schon gar nicht möchte man, dass die Nachbarn mitbekommen, dass bei einem eine Hausdurchsuchung wegen „Hass-Kommentaren“ im Internet durchgeführt wird oder dass einem eine Anzeige wegen Volksverhetzung ins Haus flattert. Auch die Angst vor Problemen auf der Arbeit ist verständlich und gut begründet.

Mir selbst sind diese Ängste nicht fremd. Ich kann sie leider auch für niemanden entkräften. Der Preis, den man für die Wahrnehmung seiner Meinungsfreiheit zahlen muss, ist kein geringer. Sowohl privat wie auch beruflich kann es unangenehme Konsequenzen haben, wenn man sich zu Ansichten bekennt, die nicht dem linksgrünen Mainstream entsprechen, der sich mittlerweile wie ein Filz über die ganze Republik gelegt hat.

Gab es früher noch durchaus oft Freundeskreise und sogar Paare mit grundunterschiedlichen politischen Auffassungen, schicken mich heute neu kennengelernte Frauen regelmäßig in die Wüste, nachdem sie zum ersten Mal meinen Namen gegoogelt haben. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut man sich bis dahin verstanden hat oder wie eng die Beziehung zueinander zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits war. „Du bist mir zu radikal. Mit so etwas könnte ich nicht leben.“ heißt es dann und das Verhältnis endet schlagartig.

Wenn ich mich heute für Aufträge bewerbe, bei denen ich früher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen konnte, diese auch zu bekommen, bekomme ich mittlerweile oft nicht einmal mehr eine Antwort.

All dies ist bei mir bisher noch nicht existenzbedrohend oder würde mein Leben weniger lebenswert machen, auch stehe ich mit diesem alltäglichen Dilemma ja wahrlich nicht alleine da. Viele von Ihnen, liebe Leser, werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Wir sollten trotzdem nicht zu sehr dem Selbstmitleid verfallen und uns nicht zu sehr in der Opferrolle einrichten. Schließlich wollen wir uns nicht in die, jetzt schon viel zu lange, Schlange der dauerbeleidigten Randgruppen einreihen. Auch ist der Preis, den wir für die Verteidigung der Freiheit zahlen müssen, noch immer ein geringer, im Vergleich zu dem, den Jene zu zahlen hatten, die diese Freiheit einst unter Einsatz ihres Lebens für uns alle erkämpft haben. Dennoch tut es gut, sich all die Enttäuschung, den Schmerz und den Frust einmal von der Seele zu schreiben. Seien Sie bitte so frei, dies in den Kommentaren ebenfalls zu tun!

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11 Gedanken zu “Der Preis, den man zahlen muss…

  1. Danke, dass es Menschen wie Sie gibt, die noch den Mut aufbringen, Ihre vom Mainstream abweichende Meinung frei zu äußern. Das, wenigstens, lässt noch hoffen!

  2. Das sind ja meist die selben Leute die keine Probleme mit Erdogan Fans,Grauen Wölfen,Moslembrüdern(zu erkennen am 4 Finger Zeichen)oder PKK und anderen Terrogruppen haben.

    Wahrscheinlich haben auch tausende Deutsche diese 3 netten Türkinnen in den Freundeslisten:Einen Juden heiraten…HARAM(Verboten)angewidertes Gesicht…

  3. Facebook und Co?
    Mal ehrlich und ganz sachlich. Facebook, ist das wichtig? Was bringt Dir Facebook ausser Stress, Klickmania und Entfremdung von „Ganz-Weit-Weg-Wohn-Leuten“? Denkste die interessiert das wirklich wie es in Deiner Seele ausschaut. Mitnichten, da ist das Junkfoot aus dem neuen ******-Laden oder das Kakka ihres Babys wichtiger. Ich wünsch Dir trotzdem viele, wie sagt man das , ah Leikes, auf Deiner FB Seite.

  4. Sehr treffend beschrieben, Boris!

    Eine vergleichbare Erfahrung habe ich mit meiner letzten Freundin gemacht. Ein wesentlicher Trennungsgrund war für sie, dass ich vor der Realität in Deutschland nicht die Augen verschließen will. Und damit war unser „Weltbild“ (so nannte sie es) nicht mehr kompatibel. Frauen haben es lieber rosarot-kuschelig.

  5. Pingback: Sick World | Fundgrube

  6. Ihr Artikel hat mir aus der Seele gesprochen. Dankeschön! Natürlich ist nicht jeder stark genug, um den Weg so gerade zu gehen. Leichter wird’s, wenn man nicht mehr arbeitet, aber dann, wenn Freunde im Alter wegfallen ist’s schon ein Verlust, den man nicht so schnell ausgleichen kann, und das tut auch weh. Was mache ich? Weil ich mich nicht gut verbiegen kann und will, meide ich diese Themen bei denen, wo ich weiss, dass…… Und hoffe , sie merken eines Tages selbst, was gerade so passiert.
    Die Damen, die das Weite gesucht haben, haben nicht die Sensibilität und den Witz in Ihren Artikeln gelesen. Sollte nicht schade drum sein, wenn diese Schmetterlinge weggeflogen sind.
    Ich bin recht sicher, das hätte eh nie gepasst. Diese Haltung spürt man auch in anderen Dingen, nicht nur in Politik rechts oder links, es hat eher was mit „nicht dem Mainstream hinterherlaufen“ zu tun und mit aufrichtig sein.

  7. Respekt! Habe gerade deine Seite entdeckt. Es tut gut, das zu lesen, denn es geht vielen so. Bitte unbedingt weitermachen. Stay real.
    T

  8. Ist bei mir auch so. Ich schreibe nicht mehr unter Klarnamen, arbeite als Informatiker in meiner eigenen Firma und wenn man Farbe bekennt geht das voll nach hinten los. Traurig, aber naja. Die meisten Menschen sind einfach nicht sehr politisch, denken nicht sehr viel nach und wollen sich der neuen Realität verschließen. Komme mir vor wie ein warnender Jude kurz vor Hitlers Machtergreifung… Bin Anfang 20 und habe bestimmt schon 40 Freunde / Bekannte so verloren.

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