Das Problem heißt Islam, nicht Islamismus

Von Boris T. Kaiser

Im Netz sorgt dieser Tage ein sehr ungewöhnliches islamkritisches Video für reichlich Wirbel.

Was das Video so ungewöhnlich macht ist, dass darin kein „böser westlicher Rechtspopulist“ den Islam kritisiert, sondern der ägyptische TV-Journalist Amr Adeeb. Dies macht er auf schärfste und brutalst ehrlichste Weise. Die Schuld für islamistischen Terror sieht Adeeb doch tatsächlich nicht im unzureichenden sozialen Wohnungsbau oder im Alltagsrassismus der Opfer sondern, auweia! im Islam selbst. Auf den entsetzten Einwand seine Co-Moderatorin, das wäre nicht „unser Islam“ aus dem der Terror kommt, reagiert der Mann so klar und deutlich, dass es Margot Käßmann das Blut in den Adern gefrieren lassen muss: „Doch, das ist sehr wohl der Islam. Diese schlimmen Ideen kommen aus unserer Religion.“ Auch die, unter Moslems sehr beliebte, Verschwörungstheorie seiner Kollegin, der Westen missbrauche Muslime für sein Weltbild und seine Ziele, lässt er nicht gelten: „Das ist Quatsch. Wieso passiert das nur beim Islam? Und nicht bei anderen Religionen? Immer sind es wir – der Islam!“ Spätestens jetzt hätten in einer deutschen Polit-Talkshow wohl die ersten Gutmenschen unter Protest das Studio verlassen. Denn während solche Töne im ägyptischen Fernsehen ganz offenbar (noch) möglich sind, bemüht man sich in den deutschen Medien immer noch weitgehend Klartext zu vermeiden und die Menschen zu beschwichtigen. Wenn schon Islamkritik, dann à la Spiegel-Cover als allgemeine Religionskritik und versteckt hinter reichlich plakativem gratismutigem Christenbashing. Von der Linken im Land werden die Terroranschläge der letzten Tage und Wochen wie immer größtenteils ignoriert. Mit unter hat man sogar den Eindruck, dass sie dem Ein oder Anderen Islam-Versteher ganz gelegen kommen. Endlich kann man wieder von „Islamisten“ und „radikalen Extremisten“ sprechen, und muss nicht mehr zu sexuellen Übergriffen von Flüchtlingen in unseren Schwimmbädern und Innenstädten Stellung beziehen. Denn da ist man, angesichts von immer mehr Einrichtungen die sich zum Schutz der Frauen zu Geschlechtertrennung nach islamischer Tradition gezwungen sehen, so langsam in Erklärungsnot gekommen. Schließlich wissen wir spätestens seit Silvester, dass man als Moslem durchaus liberal genug sein kann, sich nach westlicher Sitte ordentlich die Kante zu geben, und dennoch jede unverschleierte Frau als minderwertiges Freiwild betrachten kann. Die Terroranschläge kamen da wie gerufen. Endlich kann man wieder feinsinnig zwischen Islam und Islamismus unterscheiden und betonen, dass die absolute Mehrheit der Muslime friedliebende Menschen sind. Dass beachtliche Teile dieser „friedliebenden muslimischen Mehrheit“ solche Taten immer noch mit vermeintlichen Provokationen des Westens rechtfertigt, dass ganz normale Muslime es offenbar nicht ertragen können, wenn sich an Gedenkstätten für die Terroropfer, unter einem Meer von Fahnen aus aller Welt, auch die ein oder anderer Flagge des jüdischen Staates Israel befindet, und dass es in muslimischen Familien, die seit etlichen Generationen in Deutschland leben, noch immer massiver Unterschiede in der Wertigkeit zwischen Männern und Frauen gibt, lässt man da in alter linksliberaler Heuchler-Manier unter den Tisch fallen. Wer die deutschen Talkshows und Sondersendungen im Zuge der Terroranschläge gesehen hat, wird festgestellt haben, dass sich dort im wesentlichen das Komitee für Volksberuhigung versammelt hat. Kaum ein Sender wollte es riskieren, zwischen den Armin Laschets, den Katja Kippings und den studierten und perfekt deutschsprechenden Vorzeige Kopftuch-Mädchen der TV-Republik, einen allzu energischen Islamkritiker zu platzieren. Man will ja schließlich gerade in diesen Zeiten niemanden aufwiegeln. Dieses islamfreundliche Opium fürs Volk wird man den Zuschauern sicher auch nach den ersten geglückten Groß-Anschlägen in Deutschland in deutlich höher als homöopathischen Dosen indizieren. Sollte doch mal ein Talkshowgastgeber versehentlich einen Islamkritiker auf seiner Gästeliste haben, wird Claudia Roth bestimmt dafür sorgen, dass er wieder ausgeladen wird. Es wird wohl noch ein paar hundert oder tausend Tote mehr dauern, bis wir im deutschen Fernsehen so weit sind, wie in Ägypten und offen und ehrlich sagen können: Das Problem heißt Islam, nicht Islamismus!

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