Homogene Meinungen zur Homoehe

11225257_10153404254354714_5700774111704688172_nVon Boris T. Kaiser

Man könnte meinen, das Land hätte keine anderen Probleme, wenn man dieser Tage die überbordende Berichterstattung zum Thema Homoehe in sämtlichen deutschen Medien betrachtet. Als sich die Iren via Volksentscheid für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften entschieden haben, gab es im deutschen Fernsehen Sondersendungen in einer Breite und Länge, wie ich es seit dem Irak-Krieg oder zumindest dem German-Wings-Absturz nicht mehr erlebt habe. Das ist die Homoehe also für den deutschen Journalisten: Eine Frage der nationalen und internationalen Sicherheit, so wichtig wie die Entscheidung über Krieg und Frieden, eine Sache, bei der es um Leben und Tod zu gehen scheint. Die Aufforderung des Bundesrates an den Bundestag, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen, wurde medial gefeiert, als wäre gerade zum zweiten Mal die Berliner Mauer gefallen, wahrscheinlich sogar etwas freudiger. Trotz der ausführlichen Befassung mit dem Thema quer durch alle Medien hapert es in puncto Meinungsvielfalt ganz gewaltig. Nahezu alle Journalisten waren und sind für die Homoehe.

Es gibt gute Argumente für die Homoehe und ihre publizierenden Befürworter haben ohne Zweifel in aller Regel edelste Motive für ihren Kampf für die totale Gleichstellung, und sei es nur, dass sie es ihren homosexuellen Freunden wünschen, endlich so richtig vollständig und mit allem Zipp und Zapp heiraten zu dürfen.

Aber wie das eben so ist mit den edlen Motiven und dem Idealismus: oft wird man dadurch ein bisschen fanatisch und ist nicht mehr in der Lage, andere Meinungen zu seinem Herzensthema auszuhalten, geschweige denn, sie als vernünftig anzumerken. „Es gibt keine plausiblen Gründe gegen die Homoehe“, raunt es dieser Tage durch viele Veröffentlichungen von Journalisten.

Das klingt ein bisschen nach „alternativlos“, nach der sexualisierten Variante von „Klimaschutzmaßnahmen“ und Eurorettung, gegen die man nur als politischer Narr etwas haben könne.

Wer beim Thema Homoehe aus dem politischen Mainstream ausschert, hat nahezu die gesamte veröffentlichende Meinung gegen sich und muss damit rechnen, öffentlich durch den publizistischen Fleischwolf gedreht zu werden. Selbst wenn man dabei, wie aktuell, eine ganze Partei wie die CSU pauschal zur Wurst macht.

Dass dies manchem Befürworter der Homoehe noch nicht ausreicht, hat der Fall der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU gezeigt. Die sagte in einem Interview mit ihrer heimatlichen „Saarbrücker Zeitung“ folgenden, für den neutralen Betrachter relativ harmlosen, Satz:

„Wenn wir diese Definition öffnen (die Definition der Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau) in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen; etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen.“

Dies brachte ihr neben dem in solchen Fällen mittlerweile üblichen „Shitstorm“  eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung durch eine – wie könnte es anders sein? – Berliner Anwältin ein.

Der Paragraph gegen Volksverhetzung ist ein klassisches Beispiel für ein Gesetz, das vielleicht mal gut gemeint, zum Zeitpunkt seiner Entstehung wahrscheinlich sogar sinnvoll war, inzwischen aber zu einem Instrument verkommen ist, mit dem der deutsche Prozesshansel oder, wie hier, die deutsche Prozess-Sissy jedem ihm unliebsamen Menschen auf dem juristischen Weg an den Karren fahren kann.

Dabei ist es nicht so, dass das, wovor Kramp-Karrenbauer warnt, in bestimmten Kreisen nicht schon längst als langfristiger Plan in der Schublade liegen würde.

Bereits im Herbst 2014 sprach sich der Ethikrat für eine Legalisierung von Sex zwischen leiblichen Geschwistern über 18 Jahren aus. Die Mehrheit des Ethikrats empfahl damals, die Strafbarkeit des Inzests zwischen leiblichen Geschwistern über 18 Jahren aufzuheben und auch unter 18-Jährigen soll der Inzest nach dem Willen des Ethikrates per Gesetz erlaubt werden, sofern sie nicht in einem Familienbund zusammenleben. Mit anderen Worten: Scheidungskinder, die bei jeweils einem Elternteil aufwachsen, könnten, wenn es nach den Mitgliedern des Ethikrates geht, gemeinsame Ausflüge gut und gerne zu heiteren Familienbumsereien nutzen und sofern wichtige Grüne auch öffentlich zurück zu ihren Wurzeln und einstigen Kernforderungen kehren, dürften bei diesen innerfamiliären Stelldicheins wohl auch schon sehr bald die Eltern mitmachen. Vorreiter in Sachen Inzest-Legalisierung ist das sich stets treu gebliebene grüne Urgestein Hans-Christian Ströbele. Schon rund 2 Jahre vor den Überlegungen des Ethikrates forderte er eine Abschaffung des Inzestparagraphen und die Legalisierung von Sex zwischen Geschwistern und anderen nahen Verwandten.

Auch die Durchsetzung der Vielehe steht längst auf der grünen Agenda. „The Telegraph“ berichtete kürzlich über eine Forderung der Green Party of England and Wales (GPEW), das Ehe-Modell auch für Lebensgemeinschaften, die aus 3 Personen bestehen, zu öffnen. In den meisten Fällen wäre das dann wohl 1 Macho-Moslem plus Erst- und Zweitfrau.

Die von Frau Kramp-Karrenbauer geäußerte Überlegung, dass nach den Schwulen und Lesben auch andere sexuell abseitige Gruppen eine gesetzliche Gleichstellung fordern könnten, ist also alles andere als weit hergeholt. Wenn sich ihre selbsternannten Anwälte schon heute für eine Legalisierung dieser Sexualpraktiken stark machen, warum sollten sie im nächsten Schritt nicht auch die Möglichkeit von Eheschließungen für solche Verbindungen fordern? Aus der Sicht der Befürworter von Inzest und Co. wäre das im Gegenteil nur logisch und konsequent. Der sehr vielsagende Hashtag auf Twitter der Homoehen-Befürworter lautet übrigens #EheFürAlle.

Auch ohne Einbeziehung dieser düsteren Zukunftsaussichten darf man sich fragen: Was spricht eigentlich dagegen, dass Politiker einer christlichen Partei die Ehe als das definieren, als das sie von ihren Erfindern ursprünglich mal gedacht war, als heiligen Bund zwischen Mann und Frau und Basis für eine intakte Familie.

Eine Haltung mit Bezug auf die Bibel, mag für manch toughen, smarten Großstadtjournalisten oder für eine emanzipierte, moderne Hauptstadtanwältin kein plausibles Argument sein, Skepsis gegenüber einer Erweiterung der Ehe als Steuersparmodell für noch mehr Menschen als bisher sollte da gerade Linken, die immer so viel Geld wie irgendwie möglich zum Ausgeben in der Staatskasse haben wollen, schon eher einleuchten. Eine Erkenntnis sollte in der Demokratie aber in jedem Fall plausibel und ausnahmsweise wirklich mal alternativlos sein: Abweichende Meinungen sind kein Verbrechen. Auch nicht beim Thema Homoehe.

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Ein Gedanke zu “Homogene Meinungen zur Homoehe

  1. Vergessen wurden bisher in der politisch nicht korrekten Argumentation, daß eigentlich auch eines nicht so fernen Tages die Sodomisten ihr Lieblingstier – hetero oder homo – heiraten wollen und natürlich dann auch dürfen. Könnte sein, daß dann auch die Hundesteuer halbiert oder ganz erlassen wird. Gemeinsame Friedhöfe gibt’s ja schon und nicht zu vergessen: legale Erbschaften an Hund oder Katz‘.

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