Bullshit as usual

Von Boris T. Kaiser

Die Reaktionen auf das Massaker von Frankreich haben mir deutlich gemacht, wie naiv ich war. Für einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich die kleine Hoffnung, dass diese schreckliche Tragödie zumindest dazu führen könnte, dass die Gefahr durch den Islamismus auch hier bei uns in Europa nun nicht länger ignoriert oder kleingeredet werden könnte. Ich hätte mit dieser Einschätzung nicht falscher liegen können. Innerhalb kürzester Zeit war Deutschlands Geistes- und Polit-Elite nach dem Motto „business as usual“ zur Tagesordnung übergegangen und hatte die komplette Bullshit-Bingokarte des Gutmenschentums in punkto Islam durchgespielt. Natürlich seien Frankreichs „Integrationsversäumnisse“ schuld an dem Attentat. Diese Erklärung sollte man sich auch für Deutschland schon einmal merken. So weiß man demnächst vielleicht wenigstens, warum man in die Mündung einer Kalaschnikow schaut, und kann dem armen, von der Gesellschaft ausgestoßenen Attentäter zumindest noch ein bisschen Verständnis entgegenbringen, bevor er einem den Kopf durchsiebt. Schließlich sind auch, so konnte man es überall lesen und hören, die sozialen Umstände Schuld daran, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, als zur Waffe zu greifen. Für diese hat er zumindest noch das Geld, wahrscheinlich hat er sie sich während seinen „Abenteuerurlauben“ in Syrien bitter vom Mund abgespart. Auch Frankreichs Kriegseinsätze gegen den IS wurden für die Taten der durchgeknallten Moslems verantwortlich gemacht. Merke: Wer nicht will dass ihn Islamisten im eigenen Land angreifen, der sollte sie nicht an der Eroberung fremder Länder hindern. Neville Chamberlain persönlich hätte es nicht schöner formulieren können. Überhaupt, die Stimmung in Frankreich, so konnte man vernehmen, war in den letzten Jahren immer islamfeindlicher geworden. Man muss sich also nicht wundern, wenn der ein oder andere Moslem die Schnauze voll hat. Noch schuldiger als die „islamfeindlichen“ und „kriegstreibenden“ Franzosen selbst, waren mal wieder nur die Israelis. Denn Islamismus und islamischer Terror haben zwar „nichts mit dem Islam zu tun“, wohl aber ganz offensichtlich mit dem Judentum. Zwar gehören die Juden in Frankreich, wie in vielen anderen Teilen Europas tagtäglich zu den Opfern antisemitischer Moslems, ohne dass sie sich dafür bisher mit einem Massaker in einer Moschee oder ähnlichem gerächt hätten, aber was der Jude im Nahostkonflikt und mit den Palästinensern macht, ist ja nun wirklich alles andere als okay und muss von Moslems auf der ganzen Welt als Provokation empfunden werden. Ganz wichtig ist es jetzt, so gab man uns schon direkt nach dem Attentat zu verstehen, dass man die Moslems nicht unter Generalverdacht stellt. Idioten gibt es schließlich in allen Religionen, wenn auch in keiner so viele Mordende wie im Islam. Ganz anders verhält es sich mit dem Generalverdacht übrigens bei den Pegida-Demonstranten. Da war und ist eine Pauschalverurteilung völlig okay. Denn bei diesen handelt es sich natürlich durch die Bank um Nazis oder zumindest um frustrierte Versager die total verblödet sind mit ihren diffusen Ängsten. Gegen Extremismus, das können die Gutmenschen gar nicht oft genug betonen, hilft nur Bildung. Eine Tatsache die Akademiker von der RAF oder die Attentäter vom 11. September offenbar nicht an der Uni gelernt haben. Interessant bleibt, mit welcher Routine linke Meinungsmacher, schon kurz nach einem islamistischen Terroranschlag, wieder jeden Islamkritiker, ohne mit der Wimper zu zucken, pauschal in die Nazi-Schublade stecken, beim Thema Islam und Islamismus aber wahnsinnig differenziert sind. Man hätte ja meinen können, dass zumindest der ein oder andere, jetzt da es doch mehr oder weniger direkt den eigenen Berufstand getroffen hat, vielleicht ein bisschen emotionaler wird. Aber weit gefehlt. Man hat geistig längst wieder in den linksintellektuellen Standbymodus geschaltet und warnt, in alter Gewohnheit, vor sogenannten Hetzern gegen den Islam. Letztendlich haben doch auch die wackeren Islamisten aus Frankreich nur Hass mit Hass beantwortet. Den journalistischen Vogel abgeschossen, die Formulierung muss in diesem Zusammenhang erlaubt sein, haben mal wieder die Kollegen von der deutschsprachigen „Huffington Post“.

http://www.huffingtonpost.de/2015/01/07/niels-ruf-islam-viva_n_6432322.html?ncid=fcbklnkdehpmg00000002

Unter der Überschrift: Niels Ruf: Die wirren Islam-Thesen des Ex-Viva-Moderators“, empörte man sich dort über einige Tweets des Comedy-Moderators. Unter anderem über die Aussagen: „Ab heute jeden Tag einen dreckigen Mohammed-Witz.“ Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: In Frankreich werden 12 Menschen wegen Islam-Satire abgeschlachtet, und die „liberale“ Huffington Post hat nichts besseres zu tun, als einen Entertainer dafür zu geißeln, dass er sich traut, auf humoristische Weise, den Islam zu kritisieren. Manche Journalisten werden den Schuss wohl erst hören, wenn der Islamist mit der Kalashnikov in den Redaktionsräumen steht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s