Ich habe es getan… Ich war auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD!

afdVon Boris T. Kaiser

Ich war neulich auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD. Ich muss ehrlich sagen, ich bin nach dieser hin und her gerissen was diese Partei angeht. Die Veranstaltung fand im „Eichbaum Brauhaus“ statt, was entscheidend dazu beitrug dass die Atmosphäre so in Richtung, „letztes Oktoberfest vor dem Weltuntergang“ ging. Zu Beginn der Veranstaltung wurde gleich mal ein bisschen auf die „Jugend und ihre Elektronik“ geschimpft, was ich, sehr zum Missfallen der älteren Dame neben mir, genau wie alles andere, auf meinem iPhone mitschrieb. Wo man gerade so schön am Schimpfen war, wurde auch gleich noch auf die in in den Augen der AfD pseudowissenschaftlichen Demoskopen eingedroschen und auf die vermeintlich echten Umfrageergebnisse der AFD von deutlich über 7% hingewiesen. Es wurde sogar eine 5%-Hürden Garantie! Ausgesprochen. Hier würde ich zumindest soweit zustimmen, dass die Methoden der großen Umfrageunternehmen tatsächlich überholt sind und ich die AfD aus dem Bauch heraus, zumindest bei über 6% sehe. Als nächstes ging es gegen die Political Correctness in unserem Land, und ich muss zugeben, an dieser Stelle hatten sie mich den alten einst linken Rebellen, der ich von grünen, roten und noch roteren politischen Spießern und Alltagstugendwächtern bitte enttäuscht bin, voll und ganz auf ihrer Seite. Ich warne schon lange vor der Tugenddiktatur in die wir seit einigen Jahren mit Vollgas hineinsteuern. Während der Reden, brüllte übrigens immer wieder eine etwas orientierungslos wirkende Bedienung Wörter wie „Weizen“, „Helles“ Oder „Radler“ dazwischen, was irgendwann dazu führte, dass einer der Zuhörer quer durch den Saal rief, ob man „diese schreckliche Bedienung nicht abstellen könne“, und dass diese“ ja ätzend“ sei. Dies führe wiederum dazu, dass die Bedienung gar nicht mehr kam, ich den Rest des Abends auf dem Trockenen saß und dem alten Hurenbock der meine Nachschenkerin vergrault hat, am liebsten die Gurgel rumgedreht hätte. Nun sei‘s drum. Am Rednerpult ging es nun endlich um das Thema, wegen dem die meisten wohl gekommen waren. Den schwächelnden Euro und den faulen Griechen. Im Großen und Ganzen hat die AfD beim Thema Euro absolut recht. Vor allem wenn es um Banken den Umgang mit Banken geht. Auch wenn mir persönlich ein bisschen zu oft auf unserem Erbfeind herumgehackt wurde. Es wurden „die französische Mistresses“ Madame de Pompadour du „die Königin der Franzosen“ Marie Antoinette herangezogen. Außerdem wurde auf die ehemalige französische Finanzministerin und heutige IWF-Chefin Christine Lagarde geschimpft.Dann wurde ein bisschen auf Grünen und LINKEN herumgehackt, an der Stelle war ich natürlich wieder voll dabei! und man grenzte sich deutlich von SPD und CDU ab. Insgesamt wurde im Saal, auch durch den Hinweis auf die Angriffe auf die Partei durch Autonome etc. eine gewisse „Wir gegen alle, oder alle gegen uns Stimmung erzeugt. Was mich persönlich überrascht hat, war die Aussprache für Lohnunter und sogar Lohnobergrenzen. Der wohl entscheidendsten Fehler an diesem Abend war, Fragen von Zuhörern zuzulassen. Das ist eine alte Regel, die ich auch nur jedem der in diesem Land Politik macht, dringend ans Herz legen kann: Bei Wahlkampfveranstaltungen niemals! Fragen der Zuhörer zulassen. Es stehen immer nur die Freaks auf. So Zum Beispiel ein Türke, der in gebrochenem Deutsch erzählte, dass die Türken in Deutschland 3 Stimmen hätten, und dass seine 3 Stimmen alle an die AfD gingen. Ich vermute hauptsächlich um den Griechen eins reinzuwürgen. Die anderen Fragensteller hätten wahlweise gerne gehört, dass ein bisschen auf Ausländer oder Hartz-IV-Empfänger hermugetrampelt wird. Es ist löblich anzumerken, dass die AfD Protagonisten in beiden Fällen auf diese Chance zum Populismus verzichtet haben. Insgesamt sind der AfD nach meinen Studien im Vor- und Nachfeld der Veranstaltung, und auch nach meinem Besuch eben dieser, keine rechtsradikalen Tendenzen zu attestieren. Man mag die wütenden alten weißen Männer mögen oder nicht, ihre politischen Ansichten teilen oder ablehnen, es gibt aber aus meiner Sicht keinerlei Grund sie zu verteufeln. Im Gegenteil, die Partei ist tatsächlich, eine Alternative für Deutschland. Eine echte Alternative zu den etablierten Parteien aller Couleur. Die AfD ist weder links noch rechts, und wenn sie zurzeit auch ziemlich konservativ geprägt ist, hat sie dennoch noch immer die Chance, dass zu werden, was die Piraten mal hätten werden können, wollen und aus meiner Sicht auch werden sollen: Eine neue unideologische  Partei der besten Köpfe und besten Ideen. Die Piraten haben diese Chance zumindest fürs erste verkackt, weil sie sich vom linken Mainstream haben anstecken lassen, und von jenen Spinnern aus dem linken Milieu unterwandert wurden, die überall anders schon gescheitert sind. Bleibt zu hoffen, dass der AfD das gleich nicht von rechts passiert. Momentan ist die Partei jedenfalls absolut wählbar.

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2 Gedanken zu “Ich habe es getan… Ich war auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD!

  1. Das die AFD von EX-FDP – und ultraliberalen Bonzen wie Henkel, v. Storch etc. unterwandert sein könnte ist dir nicht gekommen? Da musste ich mir nur von weitem ansehen, was für geschniegelte Freaks in Krawatte zur Wahlveranstaltung – oder sollte ich besser sagen zum Sektempfang – in die teure Heidelberger Print Media Academy gekommen sind. Meinereiner kann sich diese Location nicht leisten. Aber irgendwoher muiss das Geld ja kommen.
    Ich würde ihnen auch nie klassischen Rechtsextremismus unterstellen. Sie haben einfach ein sozialdarwinistisches, menschenfeindliches Bild, dass sich etwas an der amerikanischen Tea.Party orientiert. Die meisten dieser „Professoren“ im AFD-Vorstand haben vor paar Jahren noch den „Hamburger Appel“ veröffentlicht, der vereinfacht gesagt Merkel kritisierte, weil sie den Sozialabbau zu langsam und nicht radikal genug vorantreibe.
    Übrigens: Gastredner auf besagter Heidelberger Veranstaltung war der marktradikale Ökonom Starbatty, ehemals Listenkandidat des rechtspopulistischen Bunds freier Bürger.
    Eine gute Zusammenfassung zu AFD bietet Jens Berger hier:
    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=16524

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