Der Geburtstag


“Auf den Nullpunkt kommen, ist kein Wochenendurlaub! Kein verdammtes Seminar! Hör auf, alles kontrollieren zu wollen! Lass einfach los… Lass los!”

(Fight Club)

Von Boris T. Kaiser

Pascal, einer meiner ältesten und besten Freunde, feierte kürzlich seinen 31. Geburtstag. Er hatte eine Lounge in unserem Stamm-Club dem „Koi“ gemietet und wir trafen uns dort. Bevor ich bei mir zuhause los ging, gönnte ich mir schon einmal ein großzügig eingeschenktes Glas „Kilchoman“. Edle Getränke stärken das Selbstbewusstsein, und so strotzte ich beim Betreten der Disko vor eben solchem geradezu. Ich hatte tatsächlich den Eindruck, dass die Blicke der Frauen förmlich an uns klebten, und diese bei unserem Anblick nicht nur feuchte Augen bekamen. Es ist immer das Gleiche, dachte ich so bei mir, kaum betreten wir einen Club, stehen die Weiber auch schon wieder knietief im Fickwasser.

Aber da war wohl, zumindest was die Masse der Damen angeht, mal wieder eher der Wunsch der Vater des Gedanken, wie sich im Laufe des Abends zu meiner großen Überraschung noch rausstellen sollte. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich trotz allem mühsam angetrunkenen Selbstbewusstsein, tief in meinem Herzen eine leicht Vorahnung hatte. Eigentlich wollte ich auch irgendeine Internetbekanntschaft, die für diesen Abend meine weibliche Begleiterin sein sollte, mitbringen, aber es hatte keine Zeit. Zumindest keine, die meinen Ansprüchen genügt hätte. Sehr schade. Mir ist es immer lieber, wenn ich eine Frau im Club dabei habe die schon weiß dass ich der Beste bin, und ich mich nicht den ganzen Abend bei den Frauen im Club Rainer brüderlemäßig reinhängen muss, um ihnen meine, in Kenntnis meiner Person, unbestreitbare Coolness unter Beweis zu stellen. Gekleidet war die ganze Geburtstagsgesellschaft übrigens in den Farben Schwarz und Weiß. Dies sollte der Dresscode für diesen Abend sein, was mir mein Freund Pascal ein oder 2 Tage vorher via WhatsApp mitteilte. „Ist das ein Scherz oder war das ernst gemeint???“ War meine erste Reaktion, worauf er mir schrieb, dass dies durchaus ernst gemeint war. Unser Freund aus Paris habe die Idee gehabt. Als Kombinationsmöglichkeiten schlug er mir die Varianten schwarze Hose/schwarzes Hemd und weiße Krawatte oder weißes Hemd/schwarzes Sakko und schwarze Krawatte vor. Ich entschied mich für mein altes „Vintage“ -Sakko und mein Hunter S. Thompson T-Shirt, was sicherlich nicht ganz das war was die Jungs sich vorgestellt haben. Aber ein Boris T. Kaiser kann sich eben nur bis zu einem bestimmten Grad verbiegen. Immerhin habe ich mir extra für die Party noch eine schwarze Jeans gekauft, um meinen guten Willen zu zeigen. Trotzdem wäre ich zu meinem großen Erstaunen fast nicht rein gekommen. Der der junge, gutgebaute Migrant den sie an der Tür integriert hatten, wollte zuerst einen Blick unter meine „Southpole“ Jacke werfen, weil er wohl Angst hatte ich könnte nicht fein genug angezogen sein. Aber der Anblick meines alten Sakkos hat ihn dann so beeindruckt, dass er mir doch Einlass gewährte. Drin gab es dann direkt süßestes Party-Elixier, sprich: Wodka-Redbull für alle. Wären wir alle dabei geblieben wäre es wahrscheinlich gut gewesen, aber schon wenig später lockte der elende Jägermeister. Beim Anblick des Jägermeisters drehte sich mir der Magen um, denn ich hatte nur eine Woche zuvor einen üblen Absturz mit der Plörre, die Sido so liebevoll wie treffend „Leberkleister“ nennt. Da war nämlich ein anderer alter Freund bei mir zu Besuch und wir haben damit eine ganze Schüssel voll Gras-Muffins runtergespült. Später kamen dann noch 2 Frauen, die wir schon den ganzen Abend versucht hatten mittels unsere Überredenskünste zu uns zu locken. Was ja dann auch gelang. Nur zu spät. Wir tranken mit den Mädels damals noch gemeinsam Champagner, Rosewein und ein paar weitere Jägermeister als es bei mir auf einmal einschlug wie ein Vorschlaghammer, geschwungen von einem Mixed Martial Arts -Kämpfer auf Speed. Von diesem Moment an, war ich nicht mehr wirklich Anwesend. Schon bald hatte ich mich nicht nur mental sondern auch physisch aus der Runde und auf die Toilette verabschiedet. Ich war nur noch als Geräusch und als Geruch gegenwärtig. Mein Bad befindet sich nämlich nur durch einen kleinen Gang getrennt gegenüber von meinem Wohnzimmer und ich war irgendwann am Kotzen und Kacken gleichzeitig. Auf einmal klopfte dieses wahnsinnig nette Mädchen an der Tür, dass sich schon seit ich mich auf die Toilette verabschiedet habe, immer wieder rührend nach mir erkundigt und um mich gekümmert hatte. Was wirklich verdammt nobel von ihr war, zumal wenn man bedenkt, dass das erst das zweite Mal war, dass wir uns getroffen haben. Sie musste dringend pinkeln aber ich war in meinem Zustand weder in der Lage noch willens das Badezimmer zu verlassen. Also setzte ich mich neben die Toilette auf den Rand der Dusche und sie pinkelte in meiner Gegenwart. Ich riskierte einen Blick und sah dass sie eine sehr schöne Fotze hatte. Also wirklich eine sehr schöne Fotze. Ich würde es nicht so explizit erwähnen, wenn es nicht wirklich eine außergewöhnliche schöne Fotze gewesen wäre. Vielleicht lag es aber auch an den Gras-Muffins und den Unmengen Alkohol, dass ich ihre Fotze als so bemerkenswert schön empfunden habe. Kann man sich Fotzen eigentlich schön saufen..? Diese Fotze empfand ich durch meinen imaginären Drogen- und Alkoholschleier betrachtet jedenfalls als eine geradezu atemberaubend schöne Fotze. Es war, so nahm ich es in diesem Moment zumindest wahr, die vielleicht schönste Fotze die ich je gesehen habe. Wahrscheinlich lag es doch nicht nur am Alkohol und den Drogen, denn ich habe in meinem Leben eigentlich nur sehr selten im nüchternen Zustand Fotzen vor Augen gehabt, und selten, um nicht zu sagen nie zuvor, hat mich eine Fotze so ins Schwärmen gebracht. Sie drehte meinen Kopf wieder weg und ich griff nach ihr. Ob nach ihren Schenkeln oder ihrer Hand könnte im Nachhinein wohl kein Richter dieses Landes mehr beurteilen. Jedenfalls hielt ich ihre Hand und wir hatten unsere Hände auf ihrem Schenkel liegen. Sie war wirklich sehr verständnisvoll mir und meiner Situation gegenüber und immer noch rührend mitfühlend. Da könnte sich so manche Stern-Journalistin eine gewaltige Scheibe von abschneiden. Später brachte sie mich sogar noch ins Bett und hat mich zugedeckt… Hach… Was für ein Mädchen…Aber diese kleine Episode hat uns ein wenig von der Geburtstagsparty meines anderen alten Freundes Pascal abgebracht. Mädchen die einem ein „Hach“ entlocken gekonnt hätten, gab es im Koi nämlich auch zuhauf. Und diese notgelige schon leicht abgetanzte Brasilianerin, die jeden von uns auf das derbste anbaggerte, obwohl ihr Freund/Kumpel permanent nebendran saß. Der Junge war ganz offensichtlich schwer verliebt in die Kleine, was einem ein bisschen leid tat, denn noch offensichtlicher war, dass die Alte eine unverbesserliche Megaschlampe war. Sie ist uns im Club im Lauf des Abends mehrere Male begegnet, und jedes Mal schien sie uns schier zu einem Massengangbang noch an Ort und Stelle aufzurufen. Höhepunkt war, als wir einmal mit der gesamten Truppe die Treppe hochkamen, während sie gerade runter ging, und sie jedem, aber auch wirklich jedem! von uns einen Zungenkuss gegeben hat. Danach war ich dann übrigens erst mal ne Woche lang krank. Was nicht so verwunderlich war, immerhin hab ich mit ihr ja quasi den halben Club geknutscht. Gefickt hat sie keiner von uns. Ihr schwerverliebter Freund, der noch dazu wirklich schwer in Ordnung war, tat uns einfach zu leid. Wir tranken aus Solidarität dann noch ein paar Sambuca mit ihm auf seine Kosten und wünschten den beiden dann alles Gute. Vielleicht hätten wir uns nicht ganz so korrekt verhalten, wenn wir gewusst hätten, dass keiner von uns an dem Abend noch eine andere abschleppen würde. Aber sei’s drum. Wir haben uns verdammt anständig verhalten, und nur darum geht es! Jetzt war es bei mir kurz vor knapp. Ich merkte, lange kann ich mich nicht mehr auf den Beinen halten, und so verabschiedete ich mich, für meine Freunde überraschend schnell, und setzte mich ins nächste Taxi. Zuhause angekommen rief ich dann erst mal panisch erst mit dem Haustelefon mein iPhone an und, nachdem ich in der ganzen Wohnung nichts gehört hatte, noch panischer alle Mannheimer Taxi-Gesellschaften um zu erfahren, ob einer ihrer Taxifahrer mein Handy gefunden habe. Was natürlich nicht der Fall war. Verdammte Diebe und Betrüger, dachte ich immer wieder, bis ich es dann irgendwann lautlos gestellt neben der Steckdose wieder fand. Ich war erleichtert und erinnerte mich, dass ich auf dem Weg vom Taxi zu meiner Haustür ja noch mit dem iPhone Musik gehört hatte. Das ich am selben Morgen auch noch meine Schlüssel so geschickt unter die Couch gepfeffert haben muss, dass ich sie erst eine Woche später wieder gefunden habe, ist nochmal eine andere Geschichte. Zusammengefasst kann man nur sagen: Es war eine runde Geburtstagsfeier. Auf meinen Kumpel Pascal ist eben Verlass!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s