Virtual Love

 

 

Von Boris T. Kaiser

Unter Offlinern und selbst unter vielen Internetnutzern, oder sagen wir Internetbenutzern, gibt es die weitverbreitete These, dass virtuelle Beziehungen weniger echt wären als die Beziehungen im sogenannten Real Life.  Im Grunde ist es nicht nur eine These, zumindest nicht für diese den Sozialen Netzwerken eher misstrauisch bis verächtlich gegenüberstehenden Leutchen. Für sie ist es eine Tatsache. Jede Diskussion überflüssig! Kein normaler Mensch kann dies ihrer Meinung nach anders sehen als sie. Nun, ich bin wohl kein normaler Mensch, (Den Verdacht hatte ich selbst ehrlich gesagt schon lange) denn meine Erfahrung ist eine Andere. Es gibt eine menge Menschen, die ich zwar noch nie persönlich getroffen habe, denen ich mich aber seelisch näher und verbundener fühle, als vielen Leuten die ich schon jahrelang persönlich kenne. Es ist mir sogar schon passiert, dass ich mich in eine Frau die ich noch nie persönlich getroffen habe verliebt habe. Spätestens jetzt werden die Offliner und die Social Network hassenden Internetbenutzer wohl schallend lachend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber was will man in einem Internetfeindlichen Land wie Deutschland schon erwarten. Einem Land in dem sich schizophrene Menschen den Anti-Internet-Song von Udo Jürgens downloaden und sich auf ihrer Facebook-Pinwand permanent darüber beschweren, wie scheisse Facebook doch ist. Social-Networks kacke finden liegt in Deutschland sowieso gerade im Trend wie Jutebeutel und zu enge Hosen.

Selber lesen oder Hören, du hat jetzt die Wahl…

Selbst die alte Anke Engelke konnte beim deutschen Publikum vor nicht allzu langer Zeit noch einmal punkten als sie sagte, sie verfluche den Tag, an dem der ganze Dreck (gemeint waren Facebook, Twitter und Co) erfunden wurde. Jetzt muss man bei Anke Engelke dafür noch ein gewisses Verständnis haben. Denn erstens war sie eine große Anhängerin von Gaddafi und Mubarak und zweitens trifft sie ihre Fans einfach lieber persönlich im Altersheim. Aber dennoch kommt sie mir ein bisschen vor, wie eine Steinzeitfrau die den Tag verflucht an dem das Feuer erfunden wurde. Aber die greise Engelke hat uns ein wenig vom eigentlichen Thema weggeführt. Schließlich wollte ich eigentlich gerade von Internetbeziehungen erzählen und warum diese meiner Meinung nach oft tiefer und lebendiger sind als viele Beziehungen im Real Life. Zum einen liegt es natürlich ganz einfach daran, dass das www deutlich größer ist als der doch, selbst bei einem sehr kontaktfreudigen Menschen der sehr viel rumkommt, vergleichsweise eingeschränkten Mikrokosmus des eigenen Umfeldes. Die Chance im weltweiten Netz jemanden kennenzulernen, der die eigenen Interessen, Ansichten und Leidenschaften teilt ist daher naturgemäß deutlich größer. Zum anderen schreibt man, zumindest gilt  das für mich, mit jemandem mit dem man sich im Internet via Chat oder Privatnachrichten austaucht deutlich offener, ehrlicher und emotionaler, als man mit ihm von Angesicht zu Angesicht sprechen würde. Vor allem in der Kennenlernphase. Deshalb lernt man Menschen auf diese Weise auch intensiver kennen. So entstehen wirklich tiefe seelische Verbindungen, und aus so einer tiefen seelischen Verbindung kann eben auch echte, wahre Freundschaft oder gar Liebe werden. Ich stelle sogar die These auf, dass die Wahrscheinlichkeit seine wahre Liebe, und ich meine jetzt wahre Liebe im Sinne von Seelenpartner, im Internet kennenzulernen größer ist als im RL. Und zwar weil man bei jemandem mit dem man erst mal nur schreibt, ausschließen kann, dass es sich bei den Gefühlen die man für diesen Menschen entwickelt, um eine rein bio-chemische Reaktion handelt, die ja zum Beispiel sehr stark auf der Wahrnehmung von Gerüchen und Gesten hervorgeht und daher nicht wirklich etwas mit tiefer seelischer Verbundenheit zu tun hat, auch wenn man es selbst in diesem Moment oft glaubt. Aber vielleicht haben diese Internetbenutzer und Offliner gar nicht so sehr das Bedürfnis nach einer tiefen seelischen Verbundenheit wie unser Eins… Warum sollte eine Frau die im wahren Leben Türsteher und Sparkassenangestellte datet im Internet nach einem tiefsinnigen Seelenpartner suchen? Warum sollte ein Typ, der sich in der Disko immer direkt in die größte Schlampe verliebt, auf der Suche nach einer guten Gesprächspartnerin sein? Von daher ist es wohl schon ok so wie es ist. Jedem das Seine. Vielleicht sind unsere virtuellen Lieben und Freundschaften nur Träumereien, aber sie sind mir allemal lieber als deren Realität. Ich wollte in diesem Beitrag eigentlich noch darüber berichten, wie geil Cybersex sein kann und dass viele Frauen dabei versauter und dreckiger abgehen als sie es sich in der Realität jemals wagen würden. So sehr, dass sie selbst einen alten, mit allen Wassern gewaschenen Hurenbock wie mich manchmal, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz schön ins Schleudern bringen. Und darüber, dass es bei diesen Frauen beim „Dirty Talk“ dennoch eine Schmale Grenze gibt, die man als Mann nie überschreiten sollte, die  meist irgendwo zwischen „geiles Miststück“ und „geile  kleine Nutte“ verläuft. Aber das spare ich mir für einen anderen Beitrag auf. Hier würde es an dieser Stelle nur die ganze schöne  Romantik kaputt machen…

Advertisements

2 Gedanken zu “Virtual Love

  1. Man kann das Thema von vielen Seiten betrachten. Nach 13 Jahren intensiver Internetnutzung bin ich der Meinung, online geht es intensiver zu als offline. Männlein und Weiblein sollten sich schon im Klaren sein, was sie tun und lassen. Leider denken die wenigsten darüber nach.
    Meine Meinung über das Thema ist, daß die virtuelle, soziale Vernetzwerkelung in Teilen überbewertet wird, manchmal ist auch das Gegenteil der Fall. Woher kommt das? Ich denke, es ist einfach die romantisierte Vorstellung, schneller und problemloser einen Kontakt herzustellen und dabei wird in der Regel übersehen, dass man mit den meisten Menschen im realen Leben nichts angefangen werden kann. Dass sich Zweie treffen und aneinander kleben bleiben, ich glaube kaum, dass sich die Trefferquote zwischen realem und virtuellem Leben unterscheidet.

  2. Schnell ist die Jugend mit dem Wort…

    Durchaus bietet das Internet die Möglichkeit, sich sozusagen „anders herum“ kennen zu lernen. Erst einmal über Worte und Gedanken (Ansichten, Humor usw…) aber das alles wird dir (für die Liebe/Beziehung) herzlich wenig helfen, wenn es an irgend einem Tag früher oder später zum Livetreff kommt und du sie/sie dich dann leider doch nicht riechen kann – im wahrsten Sinne des Wortes (der Geruchstest hat nämlich hauptsächlich den Sinn, intuitiv zu erkennen, ob die Gene zu einander passen. Kann man sich nicht riechen, ist das nicht der Fall und die Natur versucht einem im Extremfall sogar mit Ekel von einander abzubringen, damit da ja kein Nachwuchs entsteht, da dieser im Härtefall sogar geschädigt sein könnte. Ich weiß wovon ich spreche… meine Mutter konnte meinen Vater auch nicht riechen! 😀 ).

    Ähnlich gravierend ist es, wenn du ihre/sie deine Stimme furchtbar finde(s)t. Oder wenn das Lachen völlig abstoßend ist. Und keiner kann sich heiliger machen, als der Mensch nun mal ist: Deine Seelenabsicht in Ehren. Aber wenn das Aussehen und die Art, wie sie sich bewegt etc. auf irgend eine Weise für dich abstoßend (oder für sie) ist, wird es bei aller (Cyber)Liebe auch leider niemals Bestand haben können. Die „Seelenverwandschaft“ schön und gut – aber wir sind nun mal (leider) (noch) nicht reine Seelenwesen, vielleicht kommt das Evolutions-Technisch ja mal. Bis dahin sind wir leider auf Hormone, (primitive) Instinkte etc. angewiesen und ihnen Untertan, da kann man quasi kaum was dran ändern. Wird dieser Livetest so gesehen also nicht bestanden, wird für die betreffenden Cyberseelenverwandten nichts anderes als genau das übrig bleiben: Verwandschaft (wie z.B. Bruder & Schwester) – aber mit ziemlicher Sicherheit kein Sex, keine Beziehung, keine Ehe, keine Kinder. Sondern dann kommt der tödliche und aufweckende(!), weil rosarote Brille runtereissende Satz: „Lass uns doch Freunde bleiben“. Wenn diese Möglichkeit für dich okay ist, alles bestens.

    Und wie viel herrlicher Spielraum bleibt in der Ungewissheit? Im Unbekannten. Da denkt man sich „bestimmt hat sie diese und jene Stimme, bestimmt lacht sie so und so, bestimmt dies, bestimmt jenes“. Man interpretiert sich seine Traumfrau zurecht. Das birgt drei enorme Gefahren:

    1. Wenn du SIE siehst, wird die Möglichkeit der Enttäuschung bei jeder kleinen Abweichung von deinem fantasierten Idealbild wachsen.

    2. Je länger das Virtuelle geht, desto mehr idealisiert sie auch dich. Desto unerträglicher wird der Gedanke für dich, sich einmal echt zu treffen, weil die Angst SIE zu enttäuschen jeden Tag wächst.

    3. Wenn sie es dann nicht ist, wirst du aber unbewusst immer eine „falsche Erinnerung“ an eine Liebe haben, an einen Menschen, der real niemals existiert hat, sondern zu 80% nur in deiner Vorstellung (die das fehlende Gesamtbild, die das Cyberspace bietet nunmal ergibt, vervollständigt hat. Mit Vorstellungen anstatt mit Fakten) . In der Folge werden es alle künftigen ECHTEN Mädels schwer haben, diesem Ideal-Vergleich stand zu halten! Denn echte Mädels werden mit einem Fantasiemädel verglichen, das genau so gar nicht existiert hat. Was Einsamkeit zur Folge hätte, da dieser im wahrsten Sinne TRAUMfrau niemals eine Echte Frau das Wasser reichen können wird.

    Unterschätz mal die Natur mit all ihren Sinnen (hören, riechen, sehen,…) nicht. Sie hatte milliarden Jahre Zeit, das gut zu durchdenken, aufeinander abzustimmen, zu perfektionieren, während ein Mark Zuckerberg sich einfach für ein Genie hält, der auf die Schnelle denkt, man könne auf rationeller Ebene ALLES Zwischenmenschliche zurecht programmieren und mit Algorithmen zusammen führen, was logisch zusammen errechnet wurde (vergiss nicht, ich bin Programmierer, ich weiß wie sowas in etwa abläuft). Er vergisst die Feinstofflichkeit der Dinge (recherchiere Quanten- und Metaphysik). An dieser Stelle versagt das „Genie“ leider. Und nicht erst an dieser. (Zum Beispiel auch am Reallife, weswegen er ja diese Erfindung machen musste, anstatt mal an seinen Komplexen zu arbeiten, was WIRKLICH meine Anerkennung verdient hätte.)

    Auch vergisst du, dass zum Beispiel das Aussehen durchaus nicht nur eine Folge von Genen ist und Willkür der Natur (wie man an Zwillingsstudien erkannt hat). Auch ich kenne 2 Zwillinge. Der eine lebt locker in den Tag rein, macht sich wenig Sorgen, hat echtes Gottvertrauen. Der andere studiert wie verrückt, macht sich nur Sorgen um Geld und die Zukunft. Damals, mit 17/18 sahen sie echt noch gleich aus. Heute hat der eine ständig ein ansteckendes Lächeln im Gesicht, der andere ist mager, sieht fast krank aus und ich glaube ich habe ihn nie lachen sehen. Will sagen: Unterschätze das Aussehen nicht! Auch das sagt uns auf die schnelle und intuitive Weise viel über den anderen, ob wir ihn mögen werden oder nicht.

    Und wieso legst du solchen Wert auf Klamotten? Lauf doch täglich im gleichen KIK-Zeugs rum, wenn all diese Reallife Scheiße so für den Arsch ist?! Weil du auch mit den Klamotten, mit deinem Style etwas ausdrücken möchtest. Weil sogar dieses nicht-angeborene Aussehen eine wichtige Sache ist, etwas über deinen Charakter zu verraten. Recht hast du damit. Aber nimm der Natur nicht das Recht, Gleiches mit dem Aussehen des Körpers zu erreichen, vorwiegend dem Gesicht, den Augen, dem Ausdruck. Alles hat einen Sinn! Und eine Botschaft. Wir haben nicht 53 Gesichtsmuskel um nur zu essen und zu kauen. Sondern um extrem subtile Botschaften in Millisekunden zum Gegenüber zu transportieren. Weit mehr Informationen werden da in 1 Sekunde vermittelt, als du es in 4 Wochen Chatten tun könntest. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – ein Gesicht mehr als ein Buch.

    Vergleiche auch Salomon „Selbst König Salomon war nicht so prächtig gekleidet wie die Lilien auf dem Feld“. Soll ja wohl heißen: Dein naturgegebenes Aussehen IST/soll oder kann schöner sein, als alles womit du dich künstlich kleidest. Per Kleider, oder per selbst gebasteltem (Cyber)Image!) – man soll, so bedeutet das – lieber drauf achten, dass seine NATÜRLICHE, RL Ausstrahlung schön wie eine Lilie ist. Vergiss die Sorge um Kleider und Image, weil du dadurch natürliche Schönheit (im Sinne von Ausstrahlung, nicht Idealwerten/Maßen) niemals erreichen oder gar toppen können wirst.

    Wohl aber, in DIESEM Punkt hast du Recht, kann man sich im Web sehr sehr gut erstmal auf die andere Art näher kommen. Bestens! Auch schon erlebt auf positive Weise (und auch auf die, sich dann wirklich nicht riechen zu können. Was 2 Monate aufgebaut wurde, wurde in einem Atemzug beendet, auch gegen unseren Willen, ist 12 Jahre her). Aber um den Live-Riech-Und-Guck-Test wirst du nicht herum kommen, soll es auch mal zu Familie kommen und du diese nicht über eine per Post verschickte Samenspende gründen möchtest. Oder deine Kinder nicht nur am Monitor aufwachsen sehen möchtest und deine Kinder „anstupst“ oder „kruschelst“ abends vor dem Schlafengehen, anstatt sie zu drücken und zu küssen. Wie schön dass es dank Skype aber schon machbar ist, dass du Ihnen eine Gutenachtgeschichte vorlesen könntest!

    Vergiss auch nicht, Worte sind dehnbar: Wie leicht ist es, einer Internetbekanntschaft z.B. den sportlichen, fitten, aktiven Menschen vorzuspielen, während man mit ihr Chipsfressend und Biersaufend chattet und zum Pissen und Scheißen den Eimer neben dem PC nimmt (gibt es alles, kam mal bei Domian. Ob es stimmt? Keine Ahnung er hat es nur „virtuell erzählt!“ Ich war nicht dabei, im „so genannten Real Live“ – du sagst das „sogenanntes Reallife“, als wäre es eine Erfindung. „Reallife“ by the way – ist eine perverse Ausdrucks-Erfindung eben von den Cyberspacern. Also wenn du „Reallife“ lächerlich findest als Wort – das hat das WWW selbst erfunden und selbst erst notwendig gemacht).

    Gleiches gilt für jedes Weibchen. Sie kann lügen, oder zumindest die Wahrheit verzerren. Wie oft habe ich online schon bei Chats behauptet, ich saufe nichts mehr und bin Nichtraucher, und dabei ne Flasche Wein geleert? Ich hatte es EHRLICH vor, bald nichts mehr zu trinken, oder weniger. Daher habe ich die halbe Wahrheit etwas gepimpt und der Gegenwart schonmal etwas vorgegriffen. Es blieb eine Lüge. Und was ist mein echter Charakter gewesen? Der Trinker oder der angebliche Nichttrinker. Die Wahrheit: Der Trinker, der gerne nicht mehr trinken würde, aber zu schwach ist/war, diese Schwäche aber online wunderbar verbergen konnte. „Hoffentlich lernt man sich nie live kennen“ mag so einer denken und bangend erhoffen. Ich weiß das.

    Fazit: Kennen lernen sehr gut! Aber der letzte Richter ist das „sogenannte Reallife“. Und an diesem Naturgesetz (Natur? Gibts das noch? Wie altmodisch!) wirst du auch nichts ändern können. Irgendwann muss jeder aus seinem Mauseloch kommen und sich der Realität stellen. Im Cyberspace sind wir alle soooo toll und mutig und lustig und locker und offen und weit und reif… aber das zählt leider letztendlich so gut wie gar nichts, wenn es nicht der echten Bewährungsprobe standhält. Ich kann es auch nicht ändern. Man kann das gut finden oder scheiße. Es bleibt aber nun mal (leider?) unumstößlich Fakt.

    Wegen deinem dezenten Hinweis, auf FB über FB zu schimpfen und wie altmodisch und Altersheim das ist: Boris, nicht alles ist nur gut oder nur schlecht. Selbst die ausgestorbenen Dinosaurier haben letztlich noch den Zweck erfüllt, dass ich mein Auto betanken kann und im Winter einen warmen Arsch habe! Wer hätte das damals gedacht? Die Dinos am aller wenigsten.
    Und nicht alles, das neu ist und scheinbar evolutionär so toll und modern daher kommt, ist automatisch gut, nur weil es neu ist. Es sind z.B. bereits 1 Milliarde Tierarten ausgestorben vermutet die Wissenschaft. Dass Dinge kommen, und dann wenn sie nix taugen oder sich gar als Fehler erwiesen haben, auch wieder verschwinden, ist ebenfalls der Lauf der Dinge und völlig normal. „Try and fail“. Wer sagt, dass FB und Twitter generell, oder in der jetzigen Form zumindest, oder in einem der nächsten lästigen/unnötigen Updates nicht auch so ein „Dinosaurier“ sein werden eines Tages?: Groß und mächtig – auf Dauer aber leider die falsche Entwicklung und zum Sterben verurteilt, weil es besser für das Ding namens „Leben“ ist.
    FB etc. hat Vorteile. Erfüllt manchen Zweck. Es heilig zu sprechen, ohne es gründlich zu prüfen, wäre einfach naiv. Keiner kennt die Langzeitwirkung davon, man kann sie nur erahnen!

    Ich jedenfalls bin sau froh, dass meine SMSe damals an meine Nachbarin, nur ich und sie gelesen haben. Weil es keine Sau was anging, was ich ihr schreibe, wie es mir ging usw. Weil ich mir selbst auch genüge für mich selbst, ohne das Feddback tausender Follower. Ich will es ihr sagen, nicht 17.000 Followern, die meine (auf 140 Zeichen kastrierten) Liebesmails faven oder haten, retweeten oder mich unfollowen weil ihnen was nicht passt oder gar die Frechheit haben das noch zu kommentieren. Ja, Boris, wenn ich will kann ich alles über dich wissen. Vielleicht tu ich das? Möglich wäre es. Denn du lebst es ja gerne offen im ach so großen Cyberspace. Wie leicht vergisst man da, was 17.000 Menschen tatsächlich für eine Menge ist!!?

    Und was soll das mit Anke Engelke? Musst du sie dermaßen runter machen, verletzend klein machen, um dich selbst groß zu machen? „Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt werden, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“. Und „Hochmut kommt vor dem Fall“ – Wieso zitierst du nicht mal die unbequemen Bibelstellen? Wie z..B. auch „Was siehst du den Dorn in deines Bruders (Anke etc) Auge und siehst doch den Balken in deinem eigenen nicht? So gehe hin und reiß zunächst den Balken aus deinem Auge bevor du dich um den Dorn in deines Bruders Auge kümmerst!“.
    Und eine Weisheit meines Kumpels: „Erfolg ist der größte Feind des Erfolges“.

    Ich weiß nicht, wie ich es finden soll, dass du auf der einen Seite gläubig bist, abends und morgens Gott vermutlich um Kraft bittest, und diese Kraft dann benutzt um seine Mitgeschöpfe (wie hier z.B. Anke Engelke) alleine für ihre persönliche Meinung verletzend runter zu machen, so dass Gott – wenn du so willst – wieder eine Menge Energie braucht, um ihre Kraft und Lebenslust wieder herzustellen. Ist es kreativ, wenn man um sich herum permanent seelische Brandstiftung betreibt, Dinge (und Menschen) zerstört, runter macht, verletzt, angreift, sich über sie erhebt, verspottet, ihre Meinung belächelt, weil nur die eigene Wert hat? Ich versteh das, wenn es um die Politik der Politker geht, um peinliche Fehltritte von Strauss-Kahn etc., oder korrupte Arschlöcher. Diese kannst du meinetwegen mit Worten töten, scheißegal. Aber es sollte aufhören, wenn es persönlich wird.

    Weißt du was mit Dschihad im eigentlichen Sinn gemeint ist? Nicht der heilige Krieg gegen die Ungläubigen. Es ist der heilige Krieg gegen das eigene Ego. Selbst versuchen, ein besserer Mensch zu werden, die eigenen Fehler, Schwächen und Unzulänglichkeiten besser und besser zu machen (den Balken im Augen langsam aber sicher kleiner zu hobeln). Im Stillen. Im Verschwiegenen. Für sich. Um ein besserer Mensch zu werden, der (dann erst!) in der Lage ist, andere zu erbauen, anstatt zu zerstören.

    Manchmal kann das sogar bedeuten, dass man auf dem Weg zum vollkommeneren, besseren Menschen seinen gewählten Beruf überdenken muss, wenn man merkt, dass dieser in immer mehr Bereichen in immer größerem Konflikt zu dem steht, was man eigentlich glaubt. Ich kenne das. Auch ich arbeite daher seit 3 Jahren an einem Ausstieg aus meinem Job. Weil er vielleicht nicht böse ist. Aber er ist nicht wirklich richtig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s