Session

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Die preisgekrönte Kurzgeschichte von Boris T. Kaiser

Es ist mehr als Musik
Und mehr als ein Vers und ein Beat. Es ist Medizin mit der man innere schmerzen besiegt.
Es wird von uns mehr als von ganzem Herzen geliebt. Seitdem es in unser Leben kam ist es mehr als Musik.

– D-Flame –

Als ich aufwache schellen dumpf die Klänge von R- Kellys „ I belive I can fly aus meiner Daunenjacke. Verschlafen eile ich zum Sessel um ans Handy zu gehen. Als ich es endlich aus der Tasche gekramt habe, hat der Anrufer bereits aufgelegt. 14 Anrufe in Abwesenheit verrät mir das Display. 14 Mal hat mich Floh angerufen. Ich hatte es nicht gehört war eine lange Nacht gestern. Warum er mich so oft angerufen hat, konnte ich mir vorstellen. Floh und ich handeln gemeinsam mit Gras. Nicht im großen Stiel aber wir können einigermaßen davon leben. Floh und ich sind wie die meisten unserer Freunde Arbeitslos. Ich ruf ihn also zurück und frage was los ist. Hör zu Keule können wir uns mal treffen. Fragt Floh. Obwohl ich noch einen tierischen Kater habe willige ich ein, und verabrede mich mit ihm eine halbe Stunde später an der Neckarpro.
Ich geh ins Bad um mich zu waschen zieh meine schwarzen Baggyhosen und meinen gelben Redrum Pulli an.Ich muss mal kurz weg sage ich meinen Eltern, die nicht wissen wie ich meine Geld verdiene und wollen es wohl auch nicht wissen.
Als ich an der Neckarpro ankomme ist Floh natürlich noch nicht da. Der Typ verspähtet sich immer. Man könnte ihn mit gutem Recht als ziemlich unzuverlässig bezeichnen. Wir sind zwar schon seit der Hauptschule befreundet, aber ich glaube wenn er  nicht so einen großen Kundenstamm hätte würde ich schon lange keine Geschäfte mehr mit ihm machen.
Fünfzehn Minuten nach der verabredeten Zeit kommt Floh dann auch schon angeschlichen. Er ist einer, von denen mein Vater immer sagt: Dem könne man „beim Laufe die Schuh besohle.“ Und wie er wieder aussieht, mit seiner bestimmt zehn Jahre alten ausgewaschenen blauen Baggyhose. Dazu ein grauer Pullover der aussieht als hätte man ihn aus einer Altkleidersammlung für russische Weisenkinder ausrangiert. Seine verfilzten Haare versteckte er wie immer unter seiner blauen Basecap. Bei aller Freundschaft wie dieser Typ eine dermaßen geile Sau wie Misaki aufreisen konnte ist mir schleierhaft. Misaki ist seine Freundin und eine absolute Traumfrau. Sie ist Asiatin, hat lange dunkle Haare und einen mega Körper. Besonders ihr Arsch ist eine Pracht. Die kleine würde ich mir auch gerne mal über den Kolben ziehen. Aber sie ist unglaublich verliebt in Floh und würde ihn, denke ich, niemals betrügen. Außerdem ist sie ja die Freundin meines Freundes und damit für mich Tabu. Aber wer weiss, wer weiss?
-Hi Kai wie geht’s? Begrüßt mich Floh. -So lala und selbst, erwidere ich. Na ja geht so. Meint er, so ein paar Bullen haben mich heute morgen gestresst. Ich bin gerade am neunen Messplatz vorbeigelaufen da haben sie mich angehalten. Sie haben mich gefragt ob ich irgendwelche Drogen dabei hätte. Ich hatte zum Glück nichts dabei. Das haben mir die Wichser aber nicht geglaubt. Also haben sie mich erst gezwungen meine Taschen zu lehren, nachdem sie darin nichts gefunden haben, sollte ich  Pullover Hose, und das Unterhemd ausziehen. Ich stand nur noch in Unterhosen da. Als sie wollten das ich die auch noch ausziehe kam zum glück gerade eine älteres Ehepaar vorbei, das die Bullen anschnauzte: “ Das geht ja wohl ein bisschen zu weit lassen sie gefälligst den Jungen in ruhe, sonst werden wir sie melden! So geht’s ja nun auch nicht.“ Da haben sie wohl doch schiss bekommen, und haben gesagt ich könne mich wieder anziehen und gehen. Als ich dann ging wollten sie mich noch ein bisschen einschüchtern. Sie würden mich im Auge behalten meinten sie.
-Krass, sagte ich obwohl ich mir nicht ganz sicher war ob ich ihm die Geschichte glauben sollte. Floh erzählt manchmal so Geschichten die man ihm nicht so richtig glauben mag. Wie damals das mit der Tussi, die er angeblich an der Straßenbahnhaltstelle kennen gelernt hat. Nachdem sie sich ein paar Minuten über Nelly unterhalten haben, hat sie ihm angeboten ihm einen zu blasen. Danach , sagte Floh wären sie zusammen in seinen Keller gegangen und sie hätte ihm so richtig schön einen gelutscht. -Die Bitch hat sogar geschluckt, betont Floh jedes mal ganz stolz wenn er die Geschichte erzählt, und er hat die Geschichte schon sehr oft erzählt.
Sven hat mich angerufen er braucht einen Fufi sagt Floh. Sven Knallt sich wirklich jeden Tag komplett weg. Erst gestern bei der Party war er wieder völlig zugekifft, und heute „ braucht „ er schon wieder was. Floh und ich finden beide das es Sven ein wenig übertreibt, aber er ist ein guter Kunde also was soll` s. Wir machen uns auf den Weg zu mir nach hause um das Zeug zu holen.
Gehst du am Samstag zur MC Party. Fragt Floh und meint damit eine Party in Heidelberg mit open Mic Session  Ich denke schon sage ich. Und du? Ja klar Hussein geht auch mit. Antwortet Floh. Hussein ist, was die skills angeht, mit Sicherheit der beste Rapper von uns, und es macht eigentlich keinen Sinn bei einer Session anzutreten an der er teilnimmt. Weil wir auf jeden Fall weit hinter ihm landen werden. Dann müssen wir uns wieder Wochenlang anhören wie er uns fertig gemacht hat. Andererseits müssen wir Teilnehmen weil er uns sonst für alle Zeiten als Feiglinge beschimpfen würde. Wenn man mal davon absieht wie unverschämt talentiert Hussein ist, ist er aber ein wirklich guter Freund. Das sage ich nicht nur weil er oft als Türsteher jobbt und uns schon in so manche Disko umsonst reingebracht hat.
Als wir bei mir ankommen wartet Floh unten im Hausgang, während ich schnell hoch in die Wohnung gehe um das weed aus der roten Metallkasse, die mit meine Tante Helga mal geschenkt hatte, das ich darin meine Wertsachen und Persönlichen Briefe verschließen könne, zu holen. Das mit den Wertsachen stimmte ja sogar. Manchmal, wenn auch selten, sind die Mengen an Gras die sich in der Kasse befinden richtig was Wert. Briefe bekomme ich keine. Manchmal schreibe ich welche, an Verena aber sie Antwortet mir nie. Verena ist die Liebe meines Lebens und wie sollte es anders sein eine unglückliche Liebe. Früher war ich mal gut mit Verena befreundet, sie hing mit unserer Klicke rum. Ich wollte damals schon mehr von ihr und hatte mir Hoffnungen gemacht das ich sie irgendwann mal rumkriegen würde. Gesagt was ich für sie empfinde habe ich ihr damals aber nicht. Heute ist es dafür zu späht. Auch in meinen Briefen an sie verwende ich nur irgendwelche Floskeln. Hi, wie geht’s? Was machst du so? Meistens waren es nicht mal Briefe, sondern nur Postkarten aus dem Urlaub oder wenn ich ein Rapkonzert in einer anderen Stadt besucht habe. Nein von Gefühlen war da nie wirklich die Rede. Ich habe mich auch nicht bei ihr entschuldigt, für die Zeit als alle in der Schule auf ihr rumhakten, sie als Schlampe bezeichneten, und ich statt zu ihr zu halten, auch nur blöde Witze gerissen habe. Schließlich musste ich ja den coolen spielen. Vielleicht hätte sie mir das alles verziehen wenn ich wenigstens mal mit ihr darüber geredet hätte. Doch wenn sie mit mir und meinen Freunden unterwegs war, habe ich immer nur irgendeine Scheiße gebaut, um sie zu beeindrucken. Ich habe geklaut oder Diskoschlägereien angezettelt. Einmal habe ich auf offener Straße ein Messer gezückt, nur weil mich ein Radfahrer als Arschloch bezeichnet hat, weil ich auf dem Radweg gegangen bin. Warnsinnig beeindruckend…  Als sie mit ihrem neuen Freund Tommy zusammen kam hat er ihr den Kontakt mit uns Verboten. Er meinte Wohl wir seien ein schlechter Umgang für sie. Wie kommt er nur darauf?
Heute bin ich auf einmal in der Lage meine Gefühle auszudrücken. Wenn auch nicht ihr gegenüber, sondern nur in meinen Rapsongs. Es ist wie Torch sagt: „ Ich hab geschrieben, als würd ich deinen Körper zeichnen. Den Stift über die Blätter streichen, und zärtlich über deinen Rücken streicheln. Stundenlang hab ich geschrieben wie leid es mir tat. Hätt ich’s dir gesagt, hätt ich uns viel erspart.“
Ich nehme die 3 Gramm für Sven aus der Kasse. Ein Fufie ist bei uns immer genau 3 Gramm und nicht 2,5 oder sonst irgendwas wie bei den anderen Dealern in Mannheim. Das hat uns bei den Kunden einen gewissen Bonus gebracht. Ich nehme auch noch ein bisschen was für Matthias, Christian und Mark mit. Ich würde sie später noch in ihrer WG besuchen gehen, und wusste aus Erfahrung das die Jungs eigentlich immer was „brauchen“. Mittlerweile bringe ich ihnen schon immer Mittags was vorbei. Damit vermeide ich das sie mich, wie sie das früher häufig taten, Nachts um drei anrufen und völlig besoffen ins Telefon grölen: Hey Kai hast du noch was zu rauchen? Vom großen Lauschangriff haben die Jungs wohl noch nie etwas gehört. Wenn uns die Leute normalerweise bei mir anrufen, um Dope zu kaufen sagen sie nur: Ich bräuchte mal kurz deine Hilfe. Dann trifft man sich und bespricht alles weitere. Wenn es schnell gehen muss sagen sie schon am Telefon wie viel sie brauchen. Aber natürlich nicht einfach so, von wegen Hey Kai ich brauch 3 Gramm Haschisch, sondern ein wenig verschlüsselt. Sie sagen eine Zahl. Eins steht zum Beispiel für einen Zehner, zwei für einen Zwani, und so weiter. Meine WG Freunde haben sich nie an diese Regel gehalten. Das wurde mir mit der Zeit etwas zu riskant. Nein so wie es jetzt ist, ist deutlich es besser. Wenn sie wirklich mal nichts kaufen wollen nehme ich das Hasch eben wieder mit. Aber ich kann mich nicht erinnern wann das, das letzte mal vorgekommen wäre.
Floh lässt mein Handy einmal klingeln um mir deutlich zu machen das ich langsam mal wieder runterkommen soll.
Ich packe also meine Sachen zusammen nehme noch zwei Afri Cola für mich und Floh aus dem Kühlschrank und gehe wieder runter.
Wir bringen Sven seine Bestellung und sehen uns bei ihm einen Porno an. „Gina Wild Jetzt wird’s schmutzig Teil 4 durchgefickt.“ Es geht schon gut los mit einer heißen Szene unter der Dusche, zwischen Gina Wild und dem Typen der in dem Film ihren Mann spielt. Danach kommt eine Hardcoresequenz nach der anderen. Wenig Story das ist gut. Die Sprechszenen werden von uns sowieso größtenteils überspult. Der Film gefällt uns sehr gut. Nur über eine Szene sind wir uneinig. In dieser Einstellung sieht man(n) Gina mit einem dunkelheutigen Partner. Im laufe des Aktes sauen sich die beiden gegenseitig mit Farbe ein, bis sie am Ende völlig bemalt sind. Ich finde das geil aber Floh und Sven sind nicht so begeistert. Kunstbanausen, sage ich.
Habt ihr schon gehört Fragt  Sven. Gina Wild gibt morgen eine Autogrammstunde im Makromarkt. Sie stellt da ihr Hörbuch vor. Wie beschließen morgen zusammen hinzugehen.
Ich habe Hunger und geh schnell zu Burger King um  ein crispy chicken Menü zu essen. Floh bleibt bei Sven. Die beiden sehen sich noch einen Porno an.
Im Burger King treffe ich meinen alten Kumpel Murrat. Er will mir ein sehr  günstiges neues Handy andrehen. Ich lehne dies ab, erzähle ihm aber von der Gina Wild Autogrammstunde. Er verspricht morgen auch zu kommen. Nach dem Essen gehe ich in meine Lieblinskiffer WG. Wie ich es erwartet hatte, hatten sie schon sehnsüchtig darauf gewartet das ich ihnen Nachschub bringe. Das heißt Christian und Mark warten, Matthias ist nicht da, der jobbt zur Zeit an der Tanke. Wir spielen PS2. Fifa 2002. Wir sind darin mittlerweile alle richtige Profis. Doch irgendwann wird das pausenlose gekiffe und gezocke selbst uns langweilig. Darum hat Mark die Idee das wir ja ein bisschen freestylen könnten. Wir nehmen uns mit einem alten Gettoblasteer und einem Mic auf. Jeder von uns hat fünfunddreißig Sekunden Zeit für seinen Rap dann muss er das Mic an den nächsten weitergeben. Ich bin als erstes dran.

Psycho  ( Kai ): Ich bin MC weil ich HipHop liebe.
Und nicht weil ich hier die meiste Kohle verdiene
Ich rappe und chille und zieh an der Bong
Doch mach keinen Track mit Bohlens Schlampe wie Trooper da Don.
Oder Ferres MC.
Der Schmock rockte noch nie.
Er glaub er sei deep,
nennt sich selber den Freak.
Ich nenn ihn sell out Ferres.
Selbst im Bordell traut Ferres,
Sich nicht an die bitches ran.
Oh wie armselig Mann.
Euer neuer Sound ist ein Scherz.
Ihr macht jetzt voll auf Kommerz.
Unglaublich was ihr euch neuerdings traut.
Doch scheiss egal ihr seid sowieso out.
Eure Zeit ist vorbei,
Also die Tomeck die.
Die Kids hören euren Shit nicht mehr.
Mein Shit ist neu, wie Schlampen bei der Bundeswehr.

Dagger ( Christian ):Ich sitze lässig hier und chille.
Denn alle meine Ladys nehmen die Pille,
lutschen gierig meine Nille.
Denn das ist mein Wille.
Und sie tun, was ich befehle.
Befeuchten sich mit meinem Sperma Zunge und Kehle.
Sie fühlen sich wie Lewinsky.
Ich fühle mich wie Klaus Kinski.
Bin so wild nach ihrem Erdbeermund,
steck ihnen den Schwanz in den Schlund.
Wenn sie mir keinen lutschen,
sind sie mir nicht von nutzen.
Und werden nach hause geschickt.
Doch vorher noch mal richtig in den Arsch gefickt.
Ich steh auf geile Schlampen.
Und möchte mich auf diesem Weg bei all ihnen bedanken.
Für die geile Zeit mit  jedem geilen Weib,
jedem geilen Leib.

Rotten ( Mark): Es gibt Zwei Dinge zu denen ich gerne greife.
Zum einen das Mic und zum andern die Pfeife.
Ich liebe den Beat, und ich liebe das weed.
Ich weiss selbst nicht mehr wie oft ich darüber schrieb.
Texte über Marihuana, weed, Gras.
Und wenn sie euch nicht gefallen, dann leckt mich am Arsch.
Legal,
illegal,
scheißegal.
Ich tu was ich liebe.
Auch wenn ich dafür Stress mit den Bullen kriege.
Das nehme ich in Kauf.
Bin mal wieder voll drauf.
Weil ich so entspanne.
Die Gesetze dagegen sind sowieso panne.
Also drauf geschissen.
Warum sollt ich nicht Kiffen?
Nur weil es irgendwelche Politiker stört?
Nur weil sich so ein CSU Depp, darüber empört?
Das macht für mich keinen Sinn.
Ihr könnt sagen ich spinn.
Aber ich mach was ich will, und ich bin wie ich bin.

Nach der Session bekomme ich einen Anruf. Es ist Nadja. Sie will heute Abend noch was rauchen. sage ihr das ich gerade bei Mark und Christian bin, das ich aber noch mal nach hause müsse. Ich verabrede mich mit ihr eine Dreiviertelstunde später. Nadja ist eins von den Mädchen das ihr leben lang eigentlich nur mit Jungs rumhing. Wie viele dieser Mädchen ist sie ziemlich übergewichtig. Deshalb hatte eigentlich auch nie einer von uns irgendeine sexuelle Beziehung zu ihr. Bis auf Murrat. Er hat mal auf einer Party mit ihr rumgemacht, keiner weiss so genau wie weit das damals ging, aber es war viel Alkohol im Spiel. Murrat wird mit der Story heute noch von uns anderen aufgezogen.
Zuhause angekommen nehme ich noch etwas mehr Gras mit als Nadja bestellt hat. Ich will danach noch ins Frix gehen. Das ist eine Kneipe in unserem Viertel Neckarstadt oder wie wir Jugendlichen es nennen Harlem, in dem man eigentlich immer Leute trifft die man kennt. Das bedeutet das sich da auch  fast immer was verkaufen lässt.  Ich rufe Floh an und verabrede mich für später mit ihm dort.
Aber zuerst muss ich mich mit Nadja treffen.
Sie wartet hinter unserer ehemaligen Schule auf mich.. -Wartest du schon lange? frage ich sie als ich ankomme. -Nein bin auch gerade erst gekommen, sagt sie. Sie bezahlt mich und ich gebe ihr das Gras. -Hast du schon, gehört?, fragt sie. -Die Bullen haben Mario hops genommen. Nein hatte ich nicht. Ich frage sie was passiert sei. -Ja, heute morgen haben sie seine Wohnung durchsucht. Sie haben 10 kg Marihuana, und 15000 Euro bei ihm gefunden. Er ist vorläufig festgenommen. -Ach du scheiße, sage ich. Es tut mir tatsächlich leid für Mario, auch wenn mir natürlich die Frage durch den Kopf geht, wie sehr der Käufer andrang bei mir und Floh, durch diese Geschichte in der nächsten Zeit ansteigen könnte. Während ich noch darüber nachdenke, läuft Verena an uns vorbei. Es scheint mir als sei sie in den letzten zwei Jahren in denen ich sie nicht gesehen habe noch viel schöner geworden. Sie trägt eine enge Jeans die ihren Traumkörper noch besser zur Geltung bring, und ihre blonden locken glänzen im Licht der Straßenlaterne. Sie geht an uns vorüber und lächelt mich an, sagt aber kein Wort. Ich lächle zurück und sage auch nichts. Dabei hätte ich ihr soviel zu sagen. Wie sehr ich sie vermisse. Wie viel mir unsere Freundschaft bedeutet hat, und das ich sie über alles in der Welt liebe. -Was willst du eigentlich von der Schlampe? Mit dieser frage reißt mich Nadja aus meinen Träumereien. Die beiden haben sich noch nie gemocht, und seit Verena ihr mal den Freund ausgespannt hat herrscht zwischen ihnen eine tiefe Feindschaft. Verena ist in Ordnung erwidere ich knapp, um mich dann von Nadja zu verabschieden.
Ich mache mich auf den Weg zum Frix
Die Begegnung mit Verena hat alte Erinnerungen wachgerufen. Ich denke nach über die guten alten Zeiten. Als wir gemeinsam ins Kino gingen oder in der Disko miteinander tanzten. An der Bar angekommen bleibe ich vor der Tür stehen. Ich habe mein Handy in der Hand, und durchsuche das Telefonbuch auf der suche nach Verenas Nummer. Ich habe es bis heute nicht übers Herz gebracht ihre Nummer zu löschen. Jetzt lese ich ihren Namen, beleuchtet von dem künstlichen neonblauen Licht des Displays. Ich müsste nur noch die grüne Taste mit dem Telefonhörer drücken, und könnte endlich wieder mit ihr reden, endlich wieder ihre Stimme hören, könnte ihr endlich sagen das ich sie brauche. Ich verlasse das Telefonbuch und betrete die Bar. Gleich beim reingehen bestelle ich einen Whisky-Cola. Ich gehe ins Hinterzimmer. Ich begrüße Mehmet, Fati und Jan, die drei sind B-Boys und haben bei der Party am Samstag einen Auftritt. Sie fragen mich nach Gras, und da außer uns gerade keiner im Raum ist verkaufe ich es ihnen gleich an Ort und Stelle. Eine Sekunde später kommt Philip, der Besitzer der Kneipe, rein und bringt meinen Whisky- Cola. Das war knapp. Philip mag es nicht besonders wenn in seinem Laden gedealt wird. Ob er wohl ahnt das er wenn man seinen Wünschen nachkäme er etwa 70 % Seiner Kunden verlieren würde. Floh kommt rein. Er hat seine Freundin mitgebracht. Wie immer wenn ich sie sehe bekomme ich sofort einen Steifen. Sie setzen sich zu mir an den Tisch. Die anderen drei spielen Dart. Ich erzähle Floh und Misaki das ich Verena gesehen habe. Die beiden Stöhnen auf sie können den Namen Verena nicht mehr hören. Zu oft habe ich ihnen mit meinem Liebeskummer die Ohren voll gejammert. Sie konnten mich schon damals nicht trösten. Freunde können einen in solchen Situationen nie trösten. Die alten Fraßen die man immer von allen zu hören bekommt, von wegen die richtige kommt schon noch, oder zu jedem Töpfchen passt ein Deckelchen, haben wohl noch nie jemandem weiter geholfen. Auch gut gemeinte Sätze wie: Das Leben geht weiter, machen einen eher noch depressiver als das sie einen trösten. Man weiss ja das, das Leben weiter geht. Das ist ja gerade das schlimme. Als Philip die Getränke der beiden bringt bestelle ich noch einen Whisky-Cola. Ich bin noch immer etwas traurig. Fünf weitere Whisky-Cola später fühle ich mich aber schon deutlich besser. Misaki hält heute Abend schon die ganze Zeit Augenkontakt zu mir und lächelt mir ab und zu verspielt zu. Ob sie wohl bemerkt hat das ich schon die ganze Zeit einen Ständer habe. Als Floh auf der Toilette ist streichelt sie mir unter dem Tisch übers Bein. Jetzt ist es klar, die kleine will von mir gefickt werden. Doch heute bin ich zu betrunken um noch irgendwen zu ficken, also mache ich mich als Floh von der Toilette kommt auf den weg nach hause. Bevor ich gehe verkaufe ich noch irgend so einem Typen einen Zwani. Als ich nach hause komme falle ich todmüde in mein Bett. Das ist das Ende eines anstrengenden Arbeitstages.
Am nächsten Tag wache ich erst um 18 Uhr auf. Ich hatte den ganzen Tag durchgeschlafen. Ich mache erst mal den Fernseher an. Das Regionalfernsehen zeigt schon wieder einen Bericht über den neuen Schlagerstar aus der Region Lou. Sie hat sogar mal am Grand Prix Teilgenommen, ist aber sensationell gescheitert. Sie sieht jünger aus als früher. Das liegt daran so kann ich dem TV Bericht entnehmen das sie sich von einem Schönheitsgoirogen behandeln lassen hat. Der hat ihr Nervengift ins Gesicht gespritzt. Das straft die Haut, sagt Lou, und stahlt dabei, im wahrsten Sinne des Wortes, über beide backen. Ich denke so bei mir: Ich kann gut verstehen das man sie mit Nervengift behandelt hat. Nur warum zum Teufel haben die ihr das Zeug nur ins Gesicht gespritzt. Apropos ins Gesicht spritzen, da fällt mir ein, wir wollten ja heute zur Autogrammstunde von Gina wild. Ich rufe Floh an, der mir sagt das sie schon zu mir unterwegs seien. Murrat hatte ihn und Sven mit dem Auto abgeholt. Als sie da sind hupen sie und ich komme runter. Schon als ich aus dem Haus komme, schallt mir aus dem Auto 50 Cent entgegen. -Hi Kai, du alter Fotzenlecker, wie geht es dir? Begrüßt mich Murrat. -Ja man Lebt, sage ich. Auf dem Weg zum Makromarkt diskutieren wir darüber, wem von uns Gina Wild heute zu erst einen blassen wird. Wir können uns aber nicht einigen. Wir kommen etwa eine halbe Stunde nach dem die Autogrammstunde offiziell beginnen sollte, bei dem Geschäft an. -Scheint noch nicht losgegangen zu sein, meint Sven. Denn vor den geschlossen Türen stehen noch eine menge Leute. Wir stellen uns dazu. Es sind fast nur Männer gekommen. Unter den warteten Leuten, sind nur drei Frauen, die selber aussehen wie ein paar verkappte Pornodarstellerinnen.  Ein halbe Stund später ist der Laden immer noch nicht geöffnet. Einer der Männer hier draußen hat jetzt gesehen das Gina Wild sich im Geschäft mit den Mitarbeitern und ein paar Bullen fotografieren lässt. Wir denken jetzt werden sie bald aufmachen. Aber von wegen. Gina Wild verlässt das Geschäft durch den Hintereingang. Keiner weiss was das sollte, und wir ziehen enttäuscht ab.
Wir cruisen durch die Stadt hören laute Musik und schwören uns, nie wieder einen Gina Wild Film zu schauen. -Scheiß auf Gina Wild, sagt Sven auf einmal. Kuck dir mal die beiden Granaten da vorne an der Ampel an. An der Ampel angekommen, kurbelt Murrat das Fenster runter und fragt: -Na Mädels habt ihr heute Abend schon was vor? Die beiden reagieren nicht. -Sind bestimmt lesbisch, sagt Murrat. Wir drücken ordentlich aufs Gas und raßen davon. Na Jungs was meint ihr, habt ihr bock auf Lupinenstraße? Fragt Murrat. In der Lupinenstraße ist in Mannheim der Puff. Nachdem das mit Gina Wild und den beiden Mädchen nicht geklappt hat, halten wir seinen Vorschlag alle für eine gute Idee Wir gehen oft durch die Lupinenstraße. Gar nicht mal weil wir dort immer ficken wollen, sondern einfach nur so um uns die Frauen anzuschauen. Das machen viele Jungs aus der Neckarstadt. So kommt es auch das, man wenn man dort durchläuft, auch fast jedes Mal irgendwelche Kumpels trifft. Allein deshalb ist es schon wichtig da ab und zu durch zu spazieren. Denn auch wenn es komisch klingt dort gesehen zu werden ist in der Neckarstadt gut fürs Image. Heute wollen wir aber nicht nur etwas für unser Image tun. Heute wollen wir ficken. Da ein paar der Nutten zu unsern Kunden gehören holen Floh und ich aber vorher noch etwas Gras bei mir.
Schon vom Parkplatz aus, können wir die rot beleuchtete Lupinenstraße erkennen. All die Lichter an und in den Fenstern, das erinnert mich immer ein bisschen an Weihnachten. Wir gehen die Straße entlang. Links und rechts von uns klopfen die Huren an die Fenster, rufen nach uns, wollen uns zum stehen bleiben überreden. Nach dem wir die Straße ein mal auf und ab gegangen sind bleibt Murrat bei einer der Damen stehen. Es ist eine geile Türkin. Er wechselt ein paar Worte in türkisch mit ihr und geht dann zu ihr rein. Wir anderen gehen weiter die Straße entlang um uns was auszusuchen. Floh entscheidet sich für eine junge blonde Polin. Wenn das Misaki wüsste. Jetzt sind nur noch ich und Sven übrig. Wir gehen die Straße noch mal ab und diskutieren darüber ob Tupac Shakur noch lebt und ob er irgendwann zurückkommen wird. Ich weiss nicht wie oft wir dieses Thema, in der Vergangenheit schon hatten. Eine schwarze Prostituierte ruft nach mir. Sie ist gerade zu perfekt. Hat lange braune Rasterlocken und einen geilen Knackarsch. Nur ihre Titten sind ein bisschen klein aber was soll´s. Ich gehe zu ihr ans Fenster, frage sie was der Spaß den kosten soll. -Dreißig Euro, sagt sie. Mit blassen, ficken drei Positionen. -Ich mache es dir sehr gut, verspricht sie mir. Ich glaube ihr und gehe zu ihr rein. In ihrem Zimmer gebe ich ihr das Geld und ziehe mich aus. Sie legt das Geld in eine Schublade in ihrem Nachttisch, zieht mir ein Kondom über und fängt an zu blasen. Die kleine Nutte versteht ihr Handwerk. Ich muss aufpassen das ich nicht schon beim lutschen komme. Jetzt zieht sie ihr Höschen aus legt sich aufs Bett und macht die Beine breit. Wie ich sie da so liegen sehe, mit ihrer weitaufgerissenen Fotze läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Am liebsten würde ich jetzt mit dem Kopf zwischen ihren Beinen verschwinden, und es mir schmecken lassen. Aber dann würde ich wahrscheinlich sofort rausfliegen. Außerdem will ich mir ja keine Krankheiten holen. Ich schiebe ihr meinen Schwanz langsam in die Muschi und fange an sie zu ficken. Ich knie auf dem Bett und stoße sie ordentlich durch. Dann sage ich ihr sie soll sich umdrehen und ich ficke sie von hinten. Ich bin kurz vor dem Orgasmus. Aber ich habe für drei Stellungen bezahlt, also halte ich es noch zurück. Ich lasse mich noch ein wenig von ihr reiten bis ich endgültig abgespritzt habe. Ich zieh mir das Kondom runter, werfe es in den Mülleimer und ziehe mich wieder an. -Wie heißt du eigentlich, frage ich die Kleine. –Monique, antwortet sie. -Und du? -Ich bin Kai, sage ich. Ich gebe Monique noch zehn Euro extra. Sie hat ihre Arbeit wirklich gut gemacht. Als ich rauskomme warten Floh und Sven schon. Floh erzählt schon wieder die Story von der Tussi an der Haltestelle. Murrat scheint noch nicht fertig zu sein. Floh und ich nutzen die Zeit um einigen der Huren noch ein bisschen weed zu verkaufen. Floh will mit mir über das Geschäft sprechen. Es hätten sich nach der Verhaftung  von Mario viele neue Kunden bei ihm gemeldet. Er habe mich aber nicht erreicht. Ich habe ja den ganzen Tag gepennt. Floh will das wir unsere Bestellung für das nächste mal erhöhen. An wie viel mehr hast du denn gedacht frage ich ihn. Na ja erst mal so an das dreifache meint er. Ich stehe dem sehr kritisch gegenüber. Wenn die Bullen erst mal einen erwischt haben weiss man nie was noch kommt. -Sei kein Idiot, sagt Floh wir können jetzt das Geschäft unseres Lebens machen. Am Ende lasse ich mich doch von Floh breitschlagen. Endlich kommt auch Murrat aus dem Puff. Wir verlassen die Lupinenstraße. Beim gehen winken wir alle noch mal freundlich unseren Ladys zu. Ich bin etwas traurig, weil ich daran denke wie viel lieber ich mit Verena liebe machen würde, statt immer nur meine Triebe zu befriedigen. Solche Gedanken sind aber schnell verflogen als wir uns im Auto alle gegenseitig von unseren Pufferlebnissen erzählen. Murrat fährt uns alle nach hause. Zuhause angekommen dusche ich erst mal. Dann lege ich eine Kool Savas CD auf und mach mir was zu essen in der Mikrowelle warm.
In den nächsten beiden Tagen verkaufen wir soviel Gras wie nie zuvor. Marios Kundenstamm ist größer als wir dachten. Wir machen jetzt zwar eine menge Kohle, aber schon am zweiten Tag wird uns die Sache langsam zu stressig. Wir wünschen uns fast schon das Mario bald wieder aus dem Knast kommt. Dann würden wir zwar weniger Geld verdienen, hätten aber auch wieder ein ruhigeres Leben. Zur Not müssten wir dann halt irgendwann doch noch arbeiten gehen. Ich habe neulich gehört in deutschen Atomkraftwerken sind viele Stellen frei. Die suchen händeringend Nachwuchs. Denn es wollen heute nicht mehr viele Jugendlich in einem Atomkraftwerk arbeiten. Ich verstehe gar nicht warum. Bei der Gemächlichkeit mit der unsere Bundesregierung den Atomausstieg betreibt, scheint das doch der Arbeitsmarkt der Zukunft zu sein. Und man muss sich auch keine Sorgen mehr um die Rente machen. Arbeiten gehen, wollen wir den Teufel mal nicht an die Wand malen.
Floh und ich wundern uns. So viele Leute waren es schon lange nicht mehr, auf dem alten Basketballplatz unter der Friedrich Ebert Brücke. Mark, Christian, Matthias, Murrat, Mehmet, Fati, Jan und all die anderen sind hier. Die halbe Neckarstadt hat sich versammelt. Aus einem Gettoblauster dröhnen NWA. Wir ziehen die üblichen Begrüßungsrituale durch und fragen, warum denn heute so viele Leute da seien. -Wir treffen uns mit so ein paar Hurensöhnen zu einer Schlägerei, antwortet Mehmet. Die Bastarde haben Jim gestern in der Disko dumm angemacht. Wir haben mit ihnen vereinbart das wir uns heute hier treffen. Jetzt war klar wenn die Typen hier auftauchen würden, müssten Floh und ich uns auch mit ihnen schlagen. Wir kannten Jim zwar eigentlich nur vom sehen, aber in unserem Viertel hält man in solchen Situationen zusammen. Wir sind ja schließlich alle eine große Familie, heißt es immer. Mittlerweile haben einige unserer Leute ihre Waffen rausgeholt. Sie hatten sie in mitgebrachten Sporttaschen und Rucksäcken verstaut. Manche holten sie auch aus ihren Autos. Unser Waffenarsenal kann sich durchaus sehen lasen.
Wir haben: Schlagstöcke, Baseballschläger, Eisenstangen, Schlagringe und vieles mehr. Ich habe meine Gasknarre einstecken, lasse sie aber vorerst in meiner Jackentasche. Die wenigen Mädchen, die dabei sind, versuchen uns die Schlägerei auszureden.
Der Feind marschiert auf. Unsere Gegner sind deutlich in der unterzahl also einigen wir uns darauf, das unsere Leute ihre Schlagwaffen weglegen. Zunächst geht alles glatt. Die anderen haben keine Chance gegen unsere übermacht. Überall hagelt es Tritte und Faustschläge. Murrat verpasst einem der Typen einen Kick gegen den Kopf. Andere befinden sich bereits in irgendwelchen Würgegriffen. Einer unserer Gegner hat ein sich eine Platzwunde zugezogen. Es ist ein unglaubliches Gerangel. In mitten dieses Getümmels, zieht einer dieser Wichser auf einmal ein Messer. Er verletzt Floh an der Hand. Floh blutet. Der Hurenbock, der ihn verletzt hat, hat das Messer immer noch in der Hand. Er bedroht uns damit, will auf einen unserer Kumpels losgehen. Jetzt geht es nicht mehr anders. Ich ziehe meine Gasknarre und schieße diesem Arsch ohne ein Wort zu sagen ins Gesicht. Seine Augen tränen. Die Schlägerei hat sich aufgelöst. Alle stehen jetzt in ihrem Lager. Die anderen sehen ein das es jetzt keinen Sinn mehr hat weiter zu kämpfen, und ziehen unter lauten Protesten beider Lager ab. Sie gehen die Treppe hoch. Als sie oben auf der Brücke sind, wirft einer auf einmal eine leere Flasche in unsere Richtung. Jetzt reicht es wir greifen uns alle unsere Waffen und rennen die Treppe rauf. Aber bis wir oben sind, sind diese Feiglinge schon weggerannt. Misaki macht sich sorgen um ihren Freund. Die Wunde an Flohs Hand scheint zwar nicht sehr tief zu sein, aber sie will ihn trotzdem vorsichtshalber in die Notaufnahme bringen um ihn dort verarzten zu lassen. Ich gehe mit den beiden mit.
Im Krankenhaus erzählen wir der Schwester Floh hätte sich selbst beim Brotschneiden geschnitten. Ich denke nicht das sie uns geglaubt hat, sie fragt aber auch nicht weiter nach. Misaki und ich warten auf dem Flur während Floh im Untersuchungszimmer ist. Von unseren Stühlen aus, können wir in ein Lehrstehendes Krankenzimmer sehen. Nicht mal ein Bett steht darin. Nur ein Nachtisch. Die Tür steht weit offen. Plötzlich steht Misaki auf und geht hinein. Sie ruft mich in diesem lauten Flüsterton. Ich gehe zu ihr rüber. Sie schließt die Tür hinter uns. Ohne lange umschweife geht sie auf die Knie, und öffnet meine Hose. Sie holt meinen Penis raus. Er war schon wieder die ganze Zeit hart. Erst spielt sie mit ihrer kleinen Zunge und ihren Lippen an meiner Eichel herum. Dann verschlingt sie förmlich meinen ganzen Schwanz. Ich wusste immer das Floh ein glücklicher Mann sein musste. Aber erst jetzt wird mir voll und ganz klar wie gut er es mit dieser Frau wirklich getroffen hatte. Nach wenigen Minuten komme ich. Die Schlampe hat sogar geschluckt, denke ich so bei mir als wir das Zimmer wieder verlassen. Wir holen Floh ab. Misaki begrüßt ihn mit einem Zungenkuss. Ich versuche, so gut es eben geht, meine Angewidertheit zu verbergen.
Nach der ganzen Aufregung gehen wir erst mal im nahe gelegenen Park einen rauchen.
Heute ist die große Nacht. Die Open Mic MC Party. Als Mehmet, Fati, Hussein, Floh und ich in Heidelberg, dem netten kleinen Vorort von Mannheim, angekommen sind, betreten wir den Veranstaltungsort. Im Foyer üben B- Boys. Wir begrüßen kurz die Leute die wir kennen, und gehen dann in die Halle. Vor meinem Auftritt muss ich noch mal auf die Toilette. Auf dem Weg dort hin komme ich an der Bar vorbei und traue meinen Augen kaum. Dort steht Verena. Sie scheint mit einer Freundin hier zu sein. Soll ich sie jetzt ansprechen? Wäre doch die Gelegenheit. Nein sie würde mich später noch früh genug sehen, denke ich mir. Ich gehe schnell weiter zur Toilette, und hoffe sie sieht mich nicht. Kurze Überlegungen meinen Auftritt sausen zu lassen schiebe ich zwar schnell bei Seite, aber die Tatsache das Verena heute Abend hier ist, lässt meine Aufregung natürlich wachsen. Ich war lange auf der Toilette. Floh hatte sich schon sorgen gemacht. Hussein hat gerade seinen Auftritt beendet. Die Masse tobt. Floh und ich stellen uns zu den anderen warteten MCs in die Schlange neben der Bühne. Drei Leute sind noch vor uns dran.

MC Patrick: Die Leute fragen mich oft voller Respekt.
Wie kriegst du nur die ganzen Bitches ins Bett?
Ich mach auf romantisch, deep und Text für sie.
Und wenn das nicht hilft, hilft liquid Ectasy.
Also schluck du Schlampe.
Ich sage danke Anke.
Oder Debra, oder Rebekka.
Bin der Checker vom Neckar.
Der Pussylecker.
Ich werd´s den Bitches besorgen.
Sie verleihen mir nen Orden.
Für besondere verdienste.
Ich bedien sie.
Von allen Seiten.
Wenn sie mir alles zeigen.
Sich an meinem Schwanz reiben.
Dann kann ich sie gut leiden.
Ich will sie alle haben.
Ohne lange zu fragen.
Manche Tussi meint ich sei zu barsch.
Ich erstick die Kritik mit nem Fick in den Arsch.
Also bück dich.
Ich beglück dich.
Sag nicht ich unterdrück dich.
Ich gebe dir was du brauchst.
Tief in dir spürst du`s auch.
Also mach mit.
Lutsch meinen dick.
Guten Appetit.

Rob: Schallt ich das Radio ein.
Dann muss ich tapfer sein.
Ich denk ihr wisst was ich mein.
Ich hör beschissene Musik, mit beschissenen Texten ohne jeden Sinn.
Das seichte Geschwätz ist wohl gerade in.
Damit macht die Branche gerade den höchste Gewinn.
Doch ich ertrag den Mist nicht mal nach zwei Flaschen Gin.
Man nennt euch Popstars, doch ihr seit nur ein Produkt.
Ihr seid solange berühmt wie ihr jeden Dreck schluckt.
Ihr haltet still.
Tut was der Produzent will.
Ihr habt null Talent.
Was auch jeder Erkennt.
Doch ihr seht echt geil aus.
Deshalb bringt euch so ein geiler Bock richtig groß raus.
Und ihr erntet Applaus.
Von dreizehnjährigen Gören.
Das muss euch ja nicht stören.
Gecastete looser wie Daniel Kübelböck Alex.
Ihr meint ihr könnt alles.
Ihr seid voll im Trend.
Doch Geld verdient nur euer Management.
Ihr seid Trottel wenn ihr wirklich denkt.
Die wollten euer bestes.
Vergesst es.
Bald seit auch ihr vergessen.
Kann es kaum erwarten euch auf dem Arbeitsamt zu treffen.

MC Sandra: Zivilbullen bitte verpisst euch.
MC Sandra disst euch.
Heute können wir euch nicht brauchen.
Denn wir wollen rauchen.
Wir lasen den Joint kreisen.
Und jeder darf zugreifen.
Das Bullen das nicht verstehen.
Scheiß egal, ich will noch einen drehen.
Wer  will mal ziehn?
Gleich wird es hier lustiger als bei Mr. Bean
Selbst die englische Queen
Raucht ab und zu pott.
Würdet ihr sie dafür verhaften, kämt ihr gleich aufs Schafott.
The Pope smokes dope. So steht es auf Postern
Ich will eine bunte Welt und das nicht nur zu Ostern.
Also lasst mich bitte Kiffen.
Lasst mich den Filter Küssen.
Macht mir kein schlechtes Gewissen.
Seht es nicht so verbissen.
Ich bin kein Terrorist.
Bin nur ein wenig bekifft.
Ich will nur Spaß.
Deshalb rauche ich Gras.
Ich steh auf der Bühne,
und rauche das grüne.
Das bringt mir Inspiration.
So kann ich besser flown.
Also habt bitte die Güte.
Und lasst mir meine Tüte.

Flow ( Floh ): Ich scheiß auf alles ob ihrs glaubt oder nicht.
Und weißt du nicht warum dann scheiß ich auch auf dich.
Ich scheiß auf alle Nazis die nichts kapieren.
Ihr könnt ruhig wie eure Helden kurz vor Moskau erfrieren.
Ich scheiß auf meine Kritiker.
Auf alle korrupten Politiker.
Ich scheiß auf alle denen ich zu asozial bin.
Euer Gemecker hat keinen Sinn.
Ich scheiß auf alle Kriegstreiber auf dieser Welt.
Ich weiss eure Motive sind immer nur Öl oder Geld
Ich scheiß auf alle Blender
Alle Kinderschänder.
Wenn ich euch krieg seit ihr dran.
Dann werdet ihr mal gefickt sagt wie fühlt sich das an.
Ich scheiß auf all die Nullen,
Alle rassistischen Bullen.
Ich scheiß auf Naddel und Ariane Sommer.
Ihr labert scheiße und das ohne Punkt und Komma.
All ihr Promiluder macht euch vom Acker.
Ich scheiß auf alle motherfucker.
Von hier bis Berlin.
Ihr könnt euch verziehen.
Ich scheiß auf alle die HipHop nur als Mode sehen.
Ihr werdet unsere Attitude niemals verstehen.

Psycho (Kai ): Ich bin die HipHop Revolution.
Stoße viele Rapkönige von ihrem Thron.
Ihr tretet auf bei The Dom.
Viva zeigt euer Video schon.
Das heißt noch.
Denn ich steh auf dem Friedhof und grab euch ein Loch.
Schwester, Schwester (e)S ist wahr.
Du warst der Popstar von Boris Becker.
Und gingst uns dann auf den Wecker.
Bei Pro Sieben, mit deinem Gemecker.
Du suchst Talent? Dann such dein eigenes.
Bei mir geht einiges.
Ich bin nicht S Klasse. Ich bin Güte Klasse A.
Weil ich mich nicht anpasse bin ich der neue Superstar.
Moses kommt von Gott, ich schick ihn zurück.
Er will cash machen mit Schrott, ich wünsch ihm viel Glück.
Ich wünscht ihr hättet geschwiegen.
Wärt in Rödelheim geblieben
Eure Texte sind banal.
Eure Worte schmecken Schaal.
Ich sehe Rapstars die sich verkaufe.
Nur um Kaviar zu fressen und Schampus zu saufen.
Manch einer denkt er sei der freshte auf der Welt.
Doch in Wahrheit, rappt er nur für das Geld.
Du hast mich enttäuscht Mann.
Bist nicht der König von Deutschland.
Sondern der König der Blinden.
Saugst das Blut aus dem business, wie aus Tampons und Binden.

Nach dem Auftritt holen sich Floh und ich zwei Becks an der Bar. Wir gehen zu den anderen rauchen einen und unterhalten uns über die Party, die Auftritte und die Zukunft des deutschsprachigen HipHop. -Hi, wie geht’s dir? fragt mich auf einmal jemand und tippt mir auf die Schulter. Die weibliche Stimme klingt vertraut. Ich drehe mich um. Es ist Verena. -Cooler Auftritt, sagt sie. Ihre Freundin ruft: Verena kommst du? -Wir müssen los, meint Verena. -Meine Freundin muss morgen früh raus. Würde mich freuen wenn wir uns mal wieder sehen könnten. Kannst mich ja mal anrufen. Meine Nummer hast du ja noch oder? Ja klar habe ich die noch. Ihre Freundin ruft schon wieder nach ihr. Diesmal schon etwas ungeduldiger. -Also muss jetzt echt los sonst wird sie sauer, fügt Verena noch an. Meld dich mal wieder. Bye! Sie zieht noch mal kurz an der Tüte und läuft dann davon.
Ich werde sie ganz bestimmt anrufen. Aber nicht gleich morgen. Lieber erst in ein Par Tagen. Aber dann werde ich ihr alles sagen was mir schon so lange auf der Seele brennt. Ich werde mich bei ihr entschuldigen, für all die Scheiße die ich in der Vergangenheit gebaut habe. Ich werde ihr sagen was ich für sie empfinde, wie sehr ich sie liebe. Obwohl vielleicht sollte ich erst mal abwarten wie sich die Dinge so entwickeln. Es langsam angehen lassen. Ja so ist es besser. Nichts überstürzen.

© by Boris T. Kaiser

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